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Arzthaftung Zahnarzt – Bohrer abgebrochen

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Das OLG Koblenz Urt. v. 23.9.2015 – 5 U 603/15 hat betreffend Arzthaftung entscheiden, dass das Abbrechen eines Bohrers bei einer Zahnarztbehandlung kein Behandlungsfehler ist; es handelt sich insofern um eine Komplikation, die auch bei ordnungsgemäßem Vorgehen auftreten kann.

Auch untere Gerichte vertreten diese Meinung.

(LG Leipzig, Urt. v. 24.3.1997 – 15 O 3196/96; KG Berlin, Urt. v. 17.12.1992 – 20 U 713/96; OLG Köln, Urt. v. 16.6.1999 – 5 U 160/97; AG Braunschweig, Urt. v. 18.2.2001 – 114 C 1204/03).

Ein Bruch des Bohrers lässt von sich heraus keinen Rückschluss auf einen Behandlungsfehler zu.

Auch kann das abgebrochene Teil unter gewissen med. Voraussetzungen im Wurzelkanal verbleiben und stellt dann auch keinen Behandlungsfehler dar, da abgebrochene Instrumente nicht per se Entzündungen auslösen können, wenn sie nicht weit über die Wurzelspitze hinaus überstehen. Der Versuch, das abgebrochene Teil zu entfernen, wäre in diesem Fall nicht sinnvoll.

Fehlerhaft ist die Behandlung des Zahnarztes jedoch dann, wenn keine Kontrolle der Instrumente erfolgt und das Abbrechen nicht bemerkt wird.

Der Zahnarzt ist nach der Behandlung verpflichtet, die Vollständigkeit und Korrektheit der Instrumente zu kontrollieren, um sicherzustellen, dass keine Teile im Körper des Patienten zurückgeblieben sind.

So OLG Köln, Urt. v. 16.6.1999 – 5 U 160/97


Rechtstipp vom 29.11.2016

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