Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Auch für Motorräder gültig: die Nutzungsausfallentschädigung

(2)

Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer dürfen sich freuen! Laut BGH muss auch für ein durch einen Unfall beschädigtes und deswegen nicht nutzbares Motorrad eine Nutzungsausfallentschädigung bezahlt werden.

Für Autos gilt schon lange: Wird der Pkw bei einem Unfall so beschädigt, dass er daraufhin nicht mehr fahrbereit ist und zunächst repariert oder sogar ersetzt werden muss, dann kann der Geschädigte für diese Zeit eine Nutzungsausfallentschädigung fordern.

Der BGH bestätigte dies erneut in seiner Entscheidung vom 23.01.2018 – Az.: VI ZR 57/17:

„Nach der Verkehrsauffassung und allgemeinen Rechtsauffassung stellt die Gebrauchsmöglichkeit eines Kraftfahrzeugs grundsätzlich ein vermögenswertes Gut dar und ist als geldwerter Vorteil anzusehen, sodass sich bei vorübergehender Entziehung ein Vermögensschaden ergeben kann.“ 

Oftmals beläuft sich die Nutzungsausfallentschädigung auf eine nicht unerhebliche Summe, da die Begutachtung des Schadens sowie die Reparatur durchaus einige Zeit in Anspruch nehmen können.

BGH: Entscheidung auch auf Motorräder anwendbar

Richtigerweise kommt der BGH in der oben genannten Entscheidung zu dem Schluss, dass dies auch auf Motorräder anwendbar ist.

In dem Urteil heißt es:

„In der Zeit, in der er (der Motorradfahrer) das Motorrad nutzt, profitiert er aber von dem Vorteil unabhängiger Mobilität und dem Zeitgewinn ebenso wie ein Pkw-Fahrer. Der hierin liegende geldwerte Vorteil kann ihm ebenso wenig wie einem Pkw-Fahrer mit der Begründung abgesprochen werden, dass er ersatzweise die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen könnte.“

Dies gilt auch dann, wenn das Motorrad nur bei gutem Wetter genutzt wird:

„Auch der Gebrauch eines Motorrads, das nur in der wärmeren Jahreszeit zugelassen ist und auch in diesem Zeitraum nur bei geeignetem Wetter gefahren wird, spart Zeit und Kraft und ermöglicht es seinem Nutzer, sein Ziel unabhängig von öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.“

Wenn allerdings das Motorrad in der Regel nur bei gutem Wetter genutzt wird, muss dies bei der Berechnung der Höhe der Nutzungsausfallentschädigung berücksichtigt werden, denn dann kann lediglich für die Tage eine Entschädigung gefordert werden, an denen das Motorrad tatsächlich genutzt worden wäre.   

Ist zusätzlich ein Pkw vorhanden, besteht kein Anspruch auf Nutzungsausfallentschädigung 

Wenn dem Geschädigten noch ein Pkw zur Verfügung steht, besteht kein Anspruch auf eine Nutzungsausfallentschädigung. Stützt sich die Wertschätzung des Motorrads hauptsächlich darauf, dass das Motorradfahren ein Hobby ist und ein anderes Fahrgefühl vermittelt als die Fahrt mit dem Auto, ist dies keine hinreichende Begründung. Nach Ansicht des BGH ist nämlich allein die Freude am Motorradfahren vermögensrechtlich nicht zu bewerten.

Sind Sie als Motorradfahrer der Geschädigte eines Unfalls und Ihr Motorrad fällt als alleiniges Fortbewegungsmittel reparaturbedingt aus, haben Sie dementsprechend Anspruch auf eine Nutzungsausfallentschädigung. Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben oder eine Nutzungsausfallentschädigung für Ihr Motorrad fordern möchten, können Sie sich in einem kostenlosen Erstgespräch bei der Anwaltskanzlei Lenné beraten lassen. Auf Wunsch übernimmt diese auch die gesamte Unfallregulierung, damit Sie nicht auf Geld verzichten müssen, das Ihnen zusteht.


Rechtstipp vom 13.07.2018

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Informationen über aktuelle Gesetzesänderungen, neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter

Ihre E-Mail-Adresse wird nur für den anwalt.de-Newsletter verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können den anwalt.de-Newsletter jederzeit wieder abbestellen.