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Aufenthaltserlaubnis zum Zwecke des Studiums

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Sie möchten als ausländischer Student in Deutschland studieren?

Sie wissen aber noch nicht, wie Sie Ihren Plan am besten in die Tat umsetzen sollen. Sie fragen sich sicherlich, ob Sie eine Aufenthaltserlaubnis benötigen und wenn ja, welche rechtlichen Voraussetzungen Sie erfüllen müssen, damit Ihnen eine solche gewährt wird? 

Vielleicht fragen Sie sich, ob Sie als ausländischer Student in Deutschland auch arbeiten dürfen oder ob Sie nach dem Abschluss Ihres Studiums eine Aufenthaltserlaubnis bekommen können?

Der folgende Artikel soll die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Thema „Aufenthaltserlaubnis zum Zwecke des Studiums“ beantworten.

Ich bin ausländischer Student und will in Deutschland studieren. Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, damit ich eine Aufenthaltserlaubnis zum Zwecke des Studiums bekomme?

Das hängt davon ab, welche Staatsbürgerschaft Sie haben. Wenn Sie EU-Bürger sind, gelten für Sie andere Regeln, d. h. Sie dürfen grundsätzlich nach Deutschland kommen und hier Ihr Studium aufnehmen.

Als Drittstaatsangehöriger (Nicht-EU-Bürger) müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein, damit Sie in Deutschland ein Studium aufnehmen können:

• Zulassungsbescheid einer deutschen Universität

Beachten Sie: Grds. werden in Deutschland alle Schulabschlüsse aus den EU-Staaten anerkannt, die dort zum Studium berechtigen. Die meisten außereuropäischen Schulabschlüsse werden nicht als Hochschulzulassungsberechtigung anerkannt. In solchen Fällen muss in Deutschland eine Feststellungsprüfung abgelegt werden. Die Studienkollegs bereiten darauf vor. Der Zugang zu ihnen hängt aber vor einer Aufnahmeprüfung zur Feststellung der Deutschkenntnisse ab. Mit der Einschreibung in einem Studienkolleg ist die Aufnahme in die Hochschule verbunden, die Zulassung zum Studienkolleg reicht also als Hochschulzulassung aus.

Wenn die Zulassung nicht vor Einreise eingeholt werden kann, ist auch die Ausstellung einer Aufenthaltserlaubnis zum Zwecke der Studienbewerbung möglich. Die Dauer ist auf neun Monate beschränkt. Weitere hilfreiche Informationen erhalten Sie hier.

• Der Lebensunterhalt muss gesichert sein.

Achtung: Studienbewerber dürfen sich nicht auf eine mögliche Erwerbstätigkeit berufen. Für die Sicherung des Lebensunterhaltes eines Studenten werden die Förderungshöchstsätze nach dem BAföG zu Grunde gelegt. Der Nachweis kann erbracht werden durch Bescheinigung einer deutschen Bank über ein Guthaben für mindestens ein halbes Jahr auf einem Sperrkonto, durch Hinterlegung einer unwiderruflichen Bürgschaft über mindestens 8.004 Euro bei einer deutschen Bank, Beleg eines Stipendiums, welche Geldleistungen den Lebensunterhalt sichern, Verpflichtungserklärung einer in Deutschland lebenden Person nach § 68 AufenthG.

• kein Ausweisungsinteresse,

• keine Belangberechtigung,

• Einreise  mit einem Visum zum Zwecke des Studiums oder bestehende Aufenthaltserlaubnis zu einem anderen Zweck

Darf ich als ausländischer Student in Deutschland arbeiten?

Im ersten Jahr der Teilnahme an einer studienvorbereitenden Maßnahme darf eine Erwerbstätigkeit nur während der Ferienzeiten ausgeübt werden.

Ab dem zweiten Jahr oder ab Aufnahme des Studiums darf eine Beschäftigung für 120 Tage oder 240 halbe Tage im Jahr ohne gesonderte Beschäftigungserlaubnis ausgeübt werden. Gezählt werden nur die Arbeitstage, nicht die Kalendertage. Eine Halbstätigkeit könnte bei Abzug der Urlaubsansprüche durchgehend das ganze Jahr ausgeübt werden.

In bestimmten Fällen kann die Ausländerbehörde mit Zustimmung der Agentur für Arbeit eine weitergehende Beschäftigungserlaubnis erteilen, wenn ansonsten der Abschluss eines bereits fortgeschrittenen Studiums nicht möglich wäre, z. B. bei einer unvorhergesehenen Verarmung der Eltern im Herkunftsland.

Ich studiere in einem anderen EU-Land (z. B. Frankreich) und möchte nun in Deutschland ein Studium aufnehmen. Geht das?

Studierende aus Drittstaaten, die an einer Hochschule eines anderen EU-Staates eingeschrieben sind, haben unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit in Deutschland eine Aufenthaltserlaubnis zu Studium zu erhalten.

Achtung: Diese Regelung gilt nicht für Großbritannien, Irland und Dänemark!

Die Voraussetzungen sind:

• Sie müssen entweder für mindestens zwei Jahre zum Studium an einer Hochschule in einem anderen EU-Staat zugelassen sein, oder
• im Rahmen eines öffentlichen/EU-Programms (ERASMUS) nach Deutschland kommen, oder
• aufgrund einer Studienbestimmung der ausländischen Hochschule verpflichtet sein, einen Teil des Studiums in einem anderen EU-Staat zu absolvieren

Ich habe mein Studium in Deutschland erfolgreich abgeschlossen und möchte gerne in Deutschland bleiben und arbeiten. Geht das?

Nach erfolgreichem Abschluss des Studiums wird ausländischen Studierenden die Möglichkeit eingeräumt, sich 18 Monate lang um eine Beschäftigung in ihrem erlernten Beruf zu bemühen.

Während dieser Zeit wird die Aufenthaltserlaubnis mit der Erwerbserlaubnis verbunden. So kann jede beliebige Beschäftigung oder selbständige Tätigkeit ausgeübt werden. Entspricht die Beschäftigung oder die selbständige Tätigkeit nicht der an der Hochschule erworbenen Qualifikation, erlischt die Aufenthaltserlaubnis nach 18 Monaten.

Für die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis zu Erwerbszwecken bestehen nunmehr folgende Möglichkeiten:

- die Blaue Karte nach § 9a AufenthG,
- Niederlassungserlaubnis für Hochqualifizierte nach § 19 AufenthG,
- Aufenthaltserlaubnis für sonstige Beschäftigungen nach § 18 AufenthG,
- Aufenthaltserlaubnis für selbständige Tätigkeit

Achtung: Auch nach einer Rückkehr ins Herkunftsland kann erneut eine Aufenthaltserlaubnis zur Arbeitsplatzsuche für bis zu sechs Monate oder zur Ausübung einer Tätigkeit entsprechend dem Hochschulabschluss erteilt werden, soweit ein Arbeitsplatz nachgewiesen wird. Die Zustimmung der Agentur für Arbeit ist nicht erforderlich.


Rechtstipp vom 24.05.2018
aus der Themenwelt Genehmigungen und dem Rechtsgebiet Ausländerrecht & Asylrecht

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