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Außerordentliche Kündigung aufgrund sexueller Belästigung

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Das Bundesarbeitsgericht hat mit Urteil vom 29.06.2017 – 2 AZR 302/16 die Wirksamkeit einer außerordentlichen Kündigung eines Beschäftigten festgestellt, welche aufgrund einer sexuellen Belästigung eines anderen männlichen Kollegen erfolgt war.

Der Gekündigte hatte zuvor seinem männlichen Kollegen „aus Spaß“ zwischen die Beine gegriffen. Sein Arbeitgeber bewertete dieses Verhalten als „sexuelle Belästigung“ und kündigte fristlos. Die Richter gaben dem Arbeitgeber Recht und führten aus, dass die absichtliche Berührung primärer oder sekundärer Geschlechtsmerkmale eines anderen eine sexuell bestimmte im Sinne des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) darstelle. Mit dem Griff zwischen die Beine habe der Gekündigte in die körperliche Intimsphäre seines Kollegen eingegriffen. Auf eine sexuelle Motivation der Berührung käme es nicht an – der „Spaß“ des Gekündigten endete demnach mit der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz.

Vermeiden Sie daher „sexuelle Witze“ gegenüber Ihren Kollegen – diese können einen Verstoß gegen das AGG begründen und arbeitsrechtliche Konsequenzen, bis hin zur Kündigung, nach sich ziehen. Dabei kommt es nicht auf Ihre Motivation an, sondern auf die Wahrnehmung der betroffenen Person.

Wir beraten Sie gerne und prüfen die Einlegung einer AGG-Beschwerde, falls auch Sie Opfer von „sexuellen“ Belästigungen sind.

Gern beraten wir Sie in allen Fragen des Arbeitsrechts und setzen Ihre Interessen für Sie durch.

Ihr Rechtsanwalt Kowohl von Liquet Associates | Rechtsanwälte Kowohl GbR in Frankfurt und Mainz


Rechtstipp vom 19.11.2017
aus dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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