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Ausstellungsdatum des Arbeitszeugnisses

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Unwichtig oder sinnvoller Streitpunkt?

Immer wieder kommt es vor, dass bei Beendigung eines Arbeitsverhältnisses – egal, ob die Initiative vom Arbeitgeber oder vom Arbeitnehmer ausging – das Arbeitszeugnis nicht mit Beendigung erstellt wird oder – was weitaus häufiger vorkommt – nicht wahrheitsgemäß erstellt wird. Durch versteckte Botschaften wird versucht, dann eben doch kein so wohlwollendes Arbeitszeugnis zu erteilen. 

In beiden Fällen hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf Erteilung eines ordnungsgemäßen Zeugnisses, „der gegebenenfalls auch gerichtlich durchgesetzt werden kann“, verrät Rechtsanwältin Sandra Lingnau.

Oftmals wird nach einer solchen Auseinandersetzung zwar ein (neues) Arbeitszeugnis erteilt, jedoch mit dem dann aktuellen Datum. 

Dies kann jedoch zu erheblichen Nachteilen für den Arbeitnehmer führen:

Gerade Arbeitgeber vermuten anhand der nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses erfolgten Datierung, die nachträgliche Erteilung des Arbeitszeugnisses und vermutet, dass dieses nicht oder nicht so freiwillig erteilt, sondern erstritten wurde. Dann nützt einem das bestes Zeugnis – so wahrheitsgemäß es auch sein mag – nicht viel, da der negative „Beigeschmack“ allein aufgrund des Ausstellungsdatums des Arbeitszeugnisses beim zukünftigen Arbeitgeber erzeugt wird, sodass dieser schnell „Doch-nicht-Arbeitgeber“ wird und sich ggf. für einen anderen Mitbewerber entschiedet.

Für den Arbeitnehmer ist es daher wichtig, noch vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses nachweisbar ein qualifiziertes Arbeitszeugnis zu verlangen. Verlangt der Arbeitnehmer das Zeugnis erst nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, hat er keinen Anspruch darauf, dass das Zeugnis auf den Tag der Beendigung des Arbeitsverhältnisses ausgestellt wird (vgl. LAG Baden-Württemberg, Entscheidung vom 02.03.2017, 3 Sa 21/16); mit den oben beschriebenen Folgen. 

„Wenn Sie ein Arbeitszeugnis erhalten haben, prüfen wir – neben den Formulierungen – auch immer diesen Aspekt“, erklärt Rechtsanwältin Lingnau.

Rufen Sie uns – gern auch kurzfristig – an!


Rechtstipp vom 14.06.2018
aus der Themenwelt Beendigung und Arbeitszeugnis und dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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