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Auswirkungen von Corona auf Prüfungen an Schulen und Universitäten – ein Überblick

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Auswirkungen von Corona auf Prüfungen an Schulen und Universitäten – ein Überblick
Durch die Corona-Krise werden derzeit viele Prüfungen verschoben oder in alternativer Form durchgeführt.
  • Am 25. März 2020 haben sich die Kultusminister der Länder geeinigt: Die Abiturprüfungen sollen bundesweit wie geplant bzw. zu einem Nachholtermin stattfinden.
  • Dabei soll der Infektionsschutz gewährleistet werden, der auch bei Hausquarantäne gegeben wäre.
  • Zuvor hatte es unter den Bundesländern Uneinigkeiten bzgl. der Abiturprüfungen gegeben.
  • Die meisten Hochschulen verschieben den Beginn des Sommersemesters 2020 nach hinten.
  • Universitäre Prüfungen finden derzeit in den meisten Fällen nicht oder in alternativer Form statt.
  • Die Abgabefristen für schriftliche Arbeiten verschieben sich.
  • Eine teilweise Umstellung auf digitale Lehre ab dem Sommersemester 2020 ist sehr wahrscheinlich. 
  • Alle Industrie- und Handelskammern (IHK) in Deutschland verschieben sämtliche Abschluss- und Weiterbildungsprüfungen auf den Sommer bzw. Herbst.

Das Corona-Virus legt weiterhin das öffentliche Leben lahm. So leidet auch die Bildung: Mittlerweile wurden in allen Bundesländern vorsorglich die Schulen geschlossen und auch der Semesterstart für Hochschulen und Universitäten verschoben. Neben Herausforderungen wie dem Ausfall von Unterrichtsstunden oder universitären Präsenzveranstaltungen plagt viele Schüler, Studierende und Eltern vor allem eine Frage: Werden die Prüfungen zum bisher angekündigten Zeitpunkt stattfinden, werden sie verschoben oder fallen sie ganz aus?

Problematisch ist, dass es dahingehend keine bundeseinheitlichen Regelungen gibt. Jedes Bundesland kann eigenständig entscheiden, wie es mit schulischen und universitären Prüfungen umgeht. Im Folgenden finden Sie einen allgemeinen Überblick über die Regelungen:

Was gilt hinsichtlich der Abiturprüfungen?

Nachdem die Schulen aufgrund der Corona-Pandemie mittlerweile bundesweit geschlossen sind, stellt sich die Frage, ob und in welcher Form die Abiturprüfungen durchgeführt werden.

Am 25. März 2020 haben sich die Kultusminister der Länder geeinigt: Die Abiturprüfungen, insbesondere die schriftlichen, sollen bundesweit wie geplant bzw. zu einem Nachholtermin bis Ende des Schuljahres stattfinden, soweit dies aus Infektionsschutzgründen zulässig ist. Das gilt nun auch wieder für Schleswig-Holstein. Über das weitere Vorgehen werden sich die Bundesländer eng in der Ministerkonferenz abstimmen.

Im Vorfeld hatte sich in besonderem Maße gezeigt, dass Schulrecht Ländersache ist: Während beispielsweise in Hessen und Rheinland-Pfalz die Abiturprüfungen wie geplant stattfanden, hatten andere Länder die Klausuren bereits auf unbestimmte Zeit verschoben. Schleswig-Holstein wollte sogar als erstes Bundesland die diesjährigen Abiturprüfungen komplett entfallen lassen, wofür es in der Kultusministerkonferenz deutliche Kritik von fast allen Ländern hagelte.

Welche Regelungen gelten bezüglich der Hochschulen?

So gut wie alle Hochschulen verschieben den Beginn des Sommersemesters nach hinten. Das Datum liegt dabei um den 20. April 2020. Präsenzveranstaltungen fallen daher momentan aus.

Auch Prüfungen finden derzeit in den meisten Fällen nicht statt. Muss eine Prüfung dennoch aus zwingenden Gründen zum geplanten Zeitpunkt stattfinden, ist die Hochschule gehalten, die allgemeinen Vorgaben und Empfehlungen zum Infektionsschutz für alle Prüfungsbeteiligten einzuhalten und entsprechend umzusetzen. Prüfungen, die nach diesem strengen Maßstab derzeit nicht durchgeführt werden können, müssen nachgeholt werden. Einige Universitäten bieten alternative Prüfungsformen an, z. B. digital.

Abgabetermine von Hausarbeiten verschieben sich in vielen Fällen, da durch die Schließung der Bibliotheken ein angemessenes wissenschaftliches Arbeiten nicht garantiert werden kann. Mündliche Prüfungen können in digitaler Form durchgeführt werden, sofern die jeweiligen Hochschulen dies vorsehen und die Verfahrensvorschriften beachten.

Studierenden soll aber in jedem Fall die Möglichkeit offenstehen, von einer Prüfung zurückzutreten, ohne einen Versuch zu verlieren. Die Lehrveranstaltungen sollen ab dem Sommersemester nach bisherigem Stand so weit wie möglich auf digitale Formate umgestellt werden.

Es bleibt abzuwarten, welche konkreten Regelungen durch die Hochschulen und/oder Bundesländer getroffen werden. Es empfiehlt sich, die Website der eigenen Universität stets im Auge zu behalten, um Neuigkeiten etwa bzgl. Prüfungsterminen nicht zu verpassen.

Wie wirken sich die verschobenen Prüfungen auf das BAföG aus?

Die Corona-Krise betrifft auch das Sommersemester zunächst an den Hochschulen in Bayern: Es wird nicht auf die Regelstudienzeit und das BAföG angerechnet. In der Praxis heißt das, dass sich der BAföG-Anspruch für Studierende um ein Semester verlängert, da sich Veranstaltungen und Prüfungen krisenbedingt nach hinten verschieben können.

Was gilt für Azubis?

Alle Industrie- und Handelskammern (IHK) in Deutschland verschieben sämtliche Abschluss- und Weiterbildungsprüfungen. Das betrifft Tausende Auszubildende. Die Prüfungen, die ursprünglich für April und Mai geplant waren, sollen jetzt im Sommer und Herbst 2020 nachgeholt werden.

(VEI)

Foto : ©Fotolia/lightpoet

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