Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Auszahlung von Kindergeld nicht mehr vier Jahre rückwirkend

(2)

Kindergeld soll in Zukunft nicht mehr für mehrere Jahre rückwirkend gezahlt werden. Ein entsprechender Entwurf eines Gesetzes der Bundesregierung passierte durch Beschluss vom 26.04.2017 den Finanzausschuss. Bislang konnte für einen Zeitraum von vier Jahren rückwirkend Kindergeld beantragt werden, zukünftig soll dies nur noch für einen Zeitraum von sechs Monaten möglich sein.

Laut Bundesregierung sei das Thema aufgegriffen worden, um Anreize für betrügerisches Verhalten zu reduzieren. So dient das Kindergeld dazu, die steuerliche Freistellung des Existenzminimums im laufenden Kalenderjahr sicherzustellen. Hierfür sei eine mehrjährige Rückwirkung nicht erforderlich. Mit dem Gesetz werden Konsequenzen aus der Veröffentlichung der sogenannten „Panama Papers“ gezogen und Steuerumgehungsmöglichkeiten mittels der Gründung von Briefkastenfirmen verhindert. Durch zusätzliche Auskunfts- und Informationspflichten sollen die Möglichkeiten der Finanzbehörden zur Feststellung von im Ausland angesiedelten Domizilgesellschaften (wie Briefkastenfirmen auch genannt werden) verbessert werden.

(Quelle: Deutscher Bundestag; hib 270/2017 vom 26.04.2017)

Seit 24.06.2017 ist dieses Gesetz in Kraft. Praxisrelevant dürfte es vor allem bei einem Aufenthaltswechsel des Kindes sein und in den Fällen, in denen die Eltern ihrer Unterhaltspflicht nicht nachkommen und das Kind selbst oder ein Dritter, zum Beispiel Großeltern, anspruchsberechtigt wird. In diesen Fällen ist den Anspruchsberechtigten längeres Zuwarten nicht mehr zu raten, wenn sie nicht finanzielle Einbußen riskieren möchten.


Rechtstipp vom 19.09.2017
Aktualisiert am 20.09.2017
aus der Themenwelt Familie und Beziehung und dem Rechtsgebiet Familienrecht

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Informationen über aktuelle Gesetzesänderungen, neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter

Ihre E-Mail-Adresse wird nur für den anwalt.de-Newsletter verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können den anwalt.de-Newsletter jederzeit wieder abbestellen.