Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Autark Invest AG: Schutz vor Insolvenz bei weiteren Kündigungen?

(7)
  • Autark Invest AG beruft sich auf Schutz vor Insolvenz bei weiteren Kündigungen
  • 31. März 2017 wird wichtiges Datum

Das Wort, was Anleger nicht hören wollen, wird von der Autark Invest AG nun selbst ausgesprochen – Insolvenz. Was kommt jetzt auf die Anleger zu?

Ein aktuelles Schreiben der Autark Invest AG macht die problematische Lage für die Anleger bzw. Darlehensgeber deutlich. Dort heißt es, dass wenn die Anzahl der Kündigungen nicht weiter steigt, man die Kündigungen und Zinszahlungen befriedigen kann und sich nicht auf Regelungen in den Nachrangdarlehensbedingungen berufen müsste.

Bei weiter steigenden Kündigungen keine Auszahlung

Das bedeutet im Klartext, dass dann, wenn es noch mehr Kündigungen geben sollte, die Gesellschaft sich auf den angeblich qualifizierten Rangrücktritt berufen würde. Auszahlungen an die Anleger würden dann nicht erfolgen (können). Dabei beruft sich die Gesellschaft auf den in den Darlehensbedingungen enthaltenen Rangrücktritt, der verhindern soll, dass die Gesellschaft durch Kündigungen in Insolvenz gerät. Am 31. März 2017 werde man sich unaufgefordert melden und „hoffe“ nur positive Nachrichten zu haben.

Rangrücktritt wird zum Problem für die Anleger – Lösungsmöglichkeiten

Sollte es diese positiven Nachrichten nicht geben, würde die Autark Invest AG die Auszahlungen verweigern. Dies gilt umso mehr in einem gerichtlichen Verfahren. Dabei wird auch zu berücksichtigen sein, dass die ursprüngliche Vertragspartnerin der Nachrangdarlehensgeber – die Autark Vertrieb- und Beteiligung GmbH – nicht mehr existiert, sondern auf die Autark Invest AG, Liechtenstein, verschmolzen wurde. Ob diese über entsprechende Liquidität verfügt, um am Ende eines gerichtlichen Verfahrens auch zahlen kann, muss vorab geklärt werden. Daher ist es umso wichtiger, alle weiteren Handlungsoptionen zu prüfen.

Stellungnahme der Kanzlei Göddecke Rechtsanwälte

Wir verfolgen die Vorgänge rund um die Autark Unternehmensgruppe bereits eine Weile und die Entwicklungen kommen nicht überraschend. Daher müssen bereits jetzt weitere Handlungsoptionen für den worst-case geprüft werden. Hierbei sind insbesondere die den Anlegern überlassenen Informationen – das „Exposé“ – sowie die weiteren Unterlagen, wie z. B. die Bedingungen für die Nachrangdarlehen der einzelnen Serien von besonderem Interesse.

Nach unserer rechtlichen Einschätzung enthält der Prospekt der Autark Vertrieb- und Beteiligung GmbH aufgrund der damaligen Tatsachen nicht alle für die Darlehensgeber maßgeblichen Informationen. Des Weiteren wird die rechtliche Qualifikation der Nachrangabrede zu diskutieren sein.

Beide Aspekte eröffnen dem Anleger sowohl weitere Handlungsmöglichkeiten als auch weitere Anspruchsgegner.

Praxistipp der Kanzlei Göddecke Rechtsanwälte

Ab dem 31.03.2017 werden die Darlehensgeber, die die Nachrangdarlehen fristgerecht gekündigt haben, wissen, ob es Geld gibt oder ob die Darlehen dem Rangrücktritt zum Opfer fallen. Dann müssen andere Wege beschritten werden, um die Gelder für die Anleger zurück zu holen. Für Anleger, die bereits jetzt Ihre Handlungsoptionen kennen möchten, stehen wir gern zur Verfügung.

Quelle: Schreiben der Autark Invest AG vom 13.02.2017, eigene Recherche

Göddecke Rechtsanwälte

http://www.kapital-rechtinfo.de/kapital-rechtinfo/archiv/texte_a/Prospektfehler_bei_der_Autark_Vertrieb_und_Beteiligung_GmbH_Schutz_vor_Insolvenz_bei_weiteren_Kuendigungen.shtml?navid=2


Rechtstipp vom 21.03.2017
aus der Themenwelt Finanzen und Versicherung und dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Alle Rechtstipps von GÖDDECKE RECHTSANWÄLTE

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Informationen über aktuelle Gesetzesänderungen, neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter

Ihre E-Mail-Adresse wird nur für den anwalt.de-Newsletter verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können den anwalt.de-Newsletter jederzeit wieder abbestellen.