Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen
Teilen

E-Mail

Facebook

Twitter

LinkedIn

Xing

Link

AVG Altersvorsorgegenossenschaft eG in Potsdam wird liquidiert – Anleger sollen Ansprüche sichern

(8)

Nachdem die AVG Altersvorsorgegenossenschaft eG aus Potsdam von der Zeitschrift Finanztest (4/2019) bereits als „dubioser Anbieter“ auf die Warnliste gesetzt wurde, kam die jetzige Nachricht nicht wirklich überraschend: Die AVG Altersvorsorgegenossenschaft eG in Potsdam wird aufgelöst!

Zwar sind die genauen Hintergründe noch nicht abschließend bekannt. Es scheint aber so, als sei die AVG Altersvorsorgegenossenschaft eG mit ihrer Liquidation einer Untersagung des Geschäftsbetriebes durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zuvorgekommen sein. Gemeldet wird, dass bei der Genossenschaft der Verdacht bestehe, sie habe genehmigungspflichtige Geldanlagen getätigt, ohne über eine solche Genehmigung zu verfügen. Laut Finanztest soll die AVG rund 20 Millionen Euro eingesammelt haben, wobei rund 800 Genossen investiert haben. Die AVG wollte dieses Vermögen mit „Investitionen an der Börse“ mehren. Dafür soll sie der Karriere AG aus Potsdam Geld in Millionenhöhe geliehen haben. Bei dieser ist der Aufsichtsratsvorsitzende der AVG, James H. Klein, Alleinvorstand und Aktionär. Die Karriere AG sollte damit Erträge durch ein Börsenhandelssystem erwirtschaften, das Kleins Schwiegersohn Ingo entwickelt hat, so Finanztest.

Zu den noch vorhandenen Werten der Genossenschaft gibt es bislang keinerlei Informationen. Nach diesseitiger Einschätzung steht jedoch zu befürchten, dass Anleger, wenn überhaupt nur einen Teil ihrer Beteiligung zurückerhalten.

Ansprüche prüfen lassen
Um ihre Chancen zu erhöhen, sollten betroffene Anleger schon jetzt ihre Ansprüche durch anwaltliche Hilfe prüfen lassen. Folgende Optionen stehen zu Verfügung:

Widerruf: Die Beitrittserklärungen sind regelmäßig widerrufbar, sofern keine oder eine fehlerhafte Belehrung verwendet worden ist.

Schadensersatz gegen AVG eG i.L.: Sollten sich die Vorwürfe der BaFin bewahrheiten, dass hier genehmigungspflichtige Geschäfte ohne Genehmigung betrieben wurden, kommen Schadensersatzansprüche gegen die AVG eG i.L. und deren Verantwortliche in Betracht.

Anlageberater und Vermittler: Wer nicht von sich aus auf die Beteiligung gekommen ist, sondern über Dritte (Anlageberater, Vermittler etc.) angeworben wurde, sollte Schadensersatzansprüche wegen Falschberatung prüfen. Oftmals verfügen die erwähnten Dritten für Haftungsfälle über Haftpflichtversicherungen, die in Anspruch genommen werden können.

Wirtschaftsprüfer und Steuerberater: Auch dieser Personenkreis kann unter Umständen in Anspruch genommen werden, wenn sei bei der Konzeption involviert waren und sie etwa bei der Buchhaltung ihre Sorgfaltspflichten verletzt haben.

Aufgrund der bislang unklaren Sach- und Rechtslage und der Komplexität des Themas empfiehlt es sich, einen Fachanwalt zu Rate zu ziehen.


Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter.