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Bankaktiengesellschaft (BAG) fordert Rückzahlung von Darlehen

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Beteiligungen am geschlossenen Immobilienfonds „Zweite Grundbesitz Wohnbaufonds Ost-West GbR“ wurden in der Vergangenheit, unter anderem von Anlageberatern der „Immobiliendienst Bad Aibling GmbH“, vermittelt. Den Anlegern, denen die Kapitalanlage schmackhaft gemacht wurde, die aber häufig nicht ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung hatten, wurde die Beteiligung am Fonds dadurch möglich gemacht, dass der Berater zusammen mit der eigentlichen Beteiligung auch die Finanzierung derselben, zumeist bei der „Raiffeisenbank Oberschleißheim“ vermittelt hat, wodurch sich viele Anleger die Beteiligung überhaupt erst leisten konnten. Aufgrund des gemeinsamen Vertriebs und den gegenseitigen Bezugnahmen handelte es sich, nach Meinung von Rechtsanwalt Senn, in diesen Fällen regelmäßig um ein verbundenes Geschäft.

In diesen Fällen laufen nun vermehrt die Darlehen aus und die „Bankaktiengesellschaft“ (BAG), welche die Darlehen der „Raiffeisenbank Oberschleißheim“ übernommen hat, fordert die Rückzahlung der noch offenen Darlehenssumme.

Viele Anleger trifft dies überraschend, da sie teilweise bis heute nicht wussten, dass sie überhaupt zur Rückzahlung verpflichtet sind, da sie oftmals die gesamte Konstruktion von Beteiligung und Finanzierung gar nicht verstanden haben.

Gegen die Forderung der BAG kann in bestimmten Fällen, nämlich dann, wenn beim Abschluss eine so genannte „Haustürsituation“ vorlag, der Widerruf des ursprünglichen Vertrages ein wirksames Mittel sein. Nach Ansicht von Rechtsanwalt Senn waren die Widerrufsbelehrungen der „Raiffeisenbank Oberschleißheim“ oft nicht den damaligen Erfordernissen entsprechend, so dass auch heute noch der Vertrag widerrufen werden kann.

Folge eines wirksamen Widerrufs wäre dann, dass der Anleger aufgrund des verbundenen Geschäfts nicht mehr das Darlehen bzw. die noch offene Darlehenssumme zurückzahlen müsste, sondern lediglich die Beteiligung an die Bank übertragen muss.

Ob die Voraussetzungen für ein derartiges Vorgehen gegeben sind, erfordert aber auf jeden Fall eine genaue Prüfung der Verträge und Umstände, die ein erfahrener Fachanwalt vornehmen sollte.

Schreiben Sie mir eine E-Mail oder rufen Sie mich an, wenn Ihnen die geschilderten Umstände bekannt vorkommen. Auch in anderen Konstellationen mit finanzierten Beteiligungen an geschlossenen Fonds kann häufig, trotz der lange vergangenen Zeit, ein Schaden reduziert oder gar verhindert werden.

Torsten Senn

Rechtsanwalt

Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht


Rechtstipp vom 26.01.2017
aus den Rechtsgebieten Bankrecht & Kapitalmarktrecht, Zivilrecht

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