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Barclays-Betrug mit Antonio Giancola: Es ist eine alte Geschichte...

Rechtstipp vom 10.08.2016
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Rechtstipp vom 10.08.2016
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04.08.2016: In einem längeren Artikel berichtet das Handelsblatt über eine neuerliche und kaum glaubwürdige Betrugsgeschichte – die allerdings in Gestalt der im wesentlichen handelnden Person Antonio Giancola bereits seit einigen Jahren den grauen Kapitalmarkt mit hellrot leuchtenden Warnsignalen illuminierte. Beispielhaft das Finanzmarkt-Nachrichtenportal Gomopa (Goldman Morgenstern Partners) dokumentierte bereits im Jahr 2013 Vorwürfe geprellter Anleger, die auf Geschäfte in Barclays-Filialen hinwiesen.

Heute wie damals ähneln sich die Beschreibungen der Vorgehensweise des Herrn Giancola. Die arglosen Opfer wurden zu einer Filiale der englischen Bank Barclays bestellt, beim gemeinsamen Betreten der Geschäftsstelle wurde Giancola vom Filialleiter persönlich begrüßt und an einen Tisch geleitet. Nach kurzer Besprechung der grundsätzlichen geschäftlichen Vorgehensweise sei ein weiterer bestens gekleideter Mann hinzugekommen, extra zur Vertragsunterzeichnung, vorgestellt als Giovanni Trappani, angeblich Leiter der Barclays-Direktion in Milano.

Geködert wurden die Geschädigten durch extrem hohe Renditeversprechungen von bis zu 36 % pro Halbjahr. Möglich sein sollten diese Phantasierenditen angeblich durch sogenannten Eigenhandel innerhalb der Bank. Das seriöse Auftreten der beiden Herren, die offensichtliche Einbindung in die normale Geschäftstätigkeit der Barclays-Bankfiliale und die zunächst tatsächlich rückfließende hohe Verzinsung sorgten für nachhaltiges Zerstreuen der letzten Zweifel an dem dubiosen Geschäftsmodell, manch einer der Geprellten stockte seine Einlagen nochmals massiv auf. Einige Dutzend Gutgläubige sollen dem mutmaßlichen Betrüger auf den Leim gegangen sein, die Rede ist von 30 Millionen €, die verschwunden sein sollen. 

Antonio Giancola selbst sitzt zwischenzeitlich nach übereinstimmenden Berichten in der Ostschweiz in Untersuchungshaft. Bereits seit geraumer Zeit hatten die Schweizer Behörden gegen ihn ermittelt, in Rede stand u. a. der Vorwurf der Bilanzfälschung bei der von ihm als Vorstand vertretenen go!nnovate Swiss Holding AG. Diese wiederum ist ausweislich des Handelsregisters zwischenzeitlich in Liquidation befindlich, auch Giancolas eigene Sportvermittlung, die Macom Sport & Management AG, ist mittlerweile aus dem Register gelöscht. Allein auf seinem LinkedIn-Profil lächelt Hobbyrennfahrer Antonio seinen virtuellen Besuchern als Geschäftsführer und Unternehmensinhaber noch vertraulich zu.

Es ist eine alte Geschichte, doch bleibt sie immer neu... – reimt Heinrich Heine in seinem „Buch der Lieder“. In doppelter Weise mag sich der eine oder andere Betrachter an diese Worte erinnert fühlen – und insbesondere als Betroffener gleichzeitig die Frage stellen, wer möglicherweise für den entstandenen Schaden nebst dem feinen Hobbysportler verantwortlich zu machen sein könnte. Abgesehen von dem vorgeblichen Barclays-Direktor aus Mailand rücken hier zweifellos die Verantwortlichen der Filiale in den Fokus, in der die Vertragsverhandlungen hochöffentlich stattfanden. Selbst für den Fall, dass hier eine Mitwisserschaft der kriminellen Geschäfte nicht nachgewiesen werden könnte, dürfte jedenfalls die offensichtliche Fahrlässigkeit haftungsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Adwus Rechtsanwälte in Kooperation mit Prof. Dr. jur. habil. Jürgen Rath wurden im Jahr 2003 als Kanzlei Wittmann & Schmitt Rechtsanwälte gegründet und im Rahmen der Expansion im Jahr 2015 in Adwus Rechtsanwälte umfirmiert. 

Die Schwerpunkte der anwaltlichen Tätigkeit der seit 2003 bestehenden Kanzlei liegen in den Bereichen des Wirtschaftsrechts, insbesondere des Bank- und Kapitalmarktrechts. Adwus Rechtsanwälte führen auf diesen Gebieten ständig mehrere hundert Verfahren. Hierbei vertritt die Kanzlei sowohl Anleger als auch Emittenten von Kapitalanlagen. Aufgrund der umfangreichen und langjährigen Erfahrung auf diesen Tätigkeitsfeldern verfügen Adwus Rechtsanwälte über qualifizierte Sachkenntnisse und die technischen Ressourcen, sogenannte Massen- oder Sammelverfahren zu führen. Weitergehende Informationen zu allen aktuellen Fällen finden Sie auf unserer Internetpräsenz unter „Rechtsgebiete“ – „Bank- und Kapitalmarktrecht“.

Wir stehen mit unserem bundesweit tätigen Unternehmen für ausgewiesene fachliche Kompetenz und langjährig erworbene Expertise und setzen uns mit Erfahrung und Leidenschaft dafür ein, Ihre Interessen und Rechte bestmöglich zu vertreten.

Adwus Rechtsanwälte sind auch am Wochenende und an Feiertagen für Sie erreichbar und stehen für faire und transparente Kosten.


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