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Bauabnahme bei Neubau oder Modernisierung

  • 2 Minuten Lesezeit

Abnahme der Bauleistung

Wenn die Handwerker ihre Arbeit beendet haben, müssen die Auftraggeber (Kunden) die Arbeit abnehmen. Mit der Abnahme der Bauleistung bestätigt der Auftraggeber, dass die Arbeit der Handwerker vertragsgemäß erbracht wurde. Dies kann zu Problemen führen.

Welche Folgen kann die Abnahme eines Bauwerks haben?

Die Abnahme eines Bauwerks kann weitreichende Folgen haben, denn mit ihr gehen alle Risiken auf den Bauherrn über. Die Gewährleistungsfrist beginnt zu laufen und die Vergütung für den Auftragnehmer wird fällig. Deshalb sollten Bauherren die Abnahme mit größter Aufmerksamkeit durchführen. Darüber hinaus sollte immer auf einen offiziellen Termin direkt auf der Baustelle bestanden werden (förmliche Abnahme).

Begleitung eines Sachverständigen beim Abnahmetermin?

Damit bei der Abnahme keine Fehler passieren, sollte sich der Bauherr von einem Sachverständigen zum Abnahmetermin begleiten lassen. Ein Termin sollte frühestens dann vereinbart werden, wenn das Haus innen bezugsfertig ist und die Fassadenarbeiten im Wesentlichen abgeschlossen sind. Die endgültige Abnahme erfolgt dann erst nach der Gesamtfertigstellung.

Ist eine Verhinderung einer Abnahme möglich?

Wer ein Haus bauen lässt, muss das von ihm bestellte Werk später auch abnehmen, wenn es fertig ist. Mängel, die unwesentlich sind, ändern daran nichts. Wenn viele kleinere Mängel oder wesentliche Mängel vorhanden sind, müssen Bauherren das Werk nicht abnehmen. Wenn der Bauherr in das Haus dennoch einzieht, sollte er auf jeden Fall auch später nachvollziehbar klarstellen, dass dies keine Abnahme bedeutet. Auch wer vorbehaltlos die Schlussrechnung bezahlt, hat damit in der Regel den Bau offiziell akzeptiert und durch schlüssiges Verhalten abgenommen. Es ist immer wichtig, eine förmliche Abnahme im Vertrag zu vereinbaren und auch durchzuführen.

Stillschweigende Abnahme nach dem Bundesgerichtshof (BGH), Az. VII ZR 26/12

Eine stillschweigende Abnahme kommt dann in Betracht, wenn das Werk nach den Vorstellungen des Auftraggebers im Wesentlichen mangelfrei fertiggestellt ist und der Auftragnehmer das Verhalten des Auftraggebers als Billigung seiner erbrachten Leistung als im Wesentlichen vertragsgerecht verstehen darf. 

Fiktive Abnahme – neue Regelung des neuen Bauvertragsrechts seit dem 01.01.2018

Hat die Firma einen Termin zur Abnahme gesetzt und äußert sich daraufhin der Bauherr (Kunde) nicht oder verweigert die Abnahme, ohne einen ausreichenden Grund zu benennen, gilt das Werk als abgenommen – selbst dann, wenn noch wesentliche Mängel vorhanden sind. Soll die Abnahme durch den Bauherrn verhindert werden, muss er sich aktiv äußern und mindestens einen Mangel benennen.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Baurecht & Architektenrecht

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