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Berufsunfähig wegen Schmerzen?

Rechtstipp vom 23.01.2018
Aktualisiert am 02.02.2018
(3)
Rechtstipp vom 23.01.2018
Aktualisiert am 02.02.2018
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Wenn die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht zahlt

Neben körperlichen Gebrechen stellen psychische Beschwerden die Hauptursache für eine Berufsunfähigkeit dar. Aber auch Schmerzen, deren Ursache sich nicht klären lässt, können zur Berufsunfähigkeit führen.

Die Berufsunfähigkeit im Allgemeinen

Allgemein tritt die Berufsunfähigkeit ein, wenn jemand infolge von Krankheit oder Körperverletzung wenigstens für die Dauer von sechs Monaten seinen Beruf zu weniger als der Hälfte nicht mehr ausüben kann. Schmerzen mit unbestimmter oder nicht klärbarer Ursache stellen zwar keine Krankheit im eigentlichen Sinn dar, dennoch hat der Bundesgerichtshof bereits am 06.09.2016 entschieden, dass auch ungeklärte Schmerzen als Ursache für die Berufsunfähigkeit in Betracht kommen. Im konkreten Fall ging es um einen Lageristen, der an Schmerzen in Rücken und Schulter litt. Eine gefestigte ärztliche Diagnose konnte jedoch durch den behandelnden Orthopäden nicht gestellt werden.

Die Beweislast für den Betroffenen

Ähnlich wie bei psychischen Erkrankungen trifft den Betroffenen bei unbestimmten Schmerzen eine erhöhte Beweislast. Das OLG Karlsruhe (2016- 12 U 79/16) führt hierzu aus:

„Den Nachweis, dass subjektiv empfundene Schmerzen objektiv die Annahme der Berufsunfähigkeit rechtfertigen, kann der Versicherungsnehmer im Wesentlichen auf zwei Wegen führen, nämlich entweder durch den Nachweis körperlicher Ursachen oder durch den Nachweis psychischer bzw. psychosomatischer Bedingtheit, die ihrerseits Krankheitswert aufweisen kann, wie insbesondere eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung.“

Das Oberlandesgericht setzt Schmerzen damit dem Begriff der Krankheit gleich. Entweder, weil die Schmerzen die Folge einer orthopädisch feststellbaren Krankheit oder einer psychischen Störung sind. Dennoch hat der Betroffene das Vorliegen der Grunderkrankung nachzuweisen. Das OLG gibt hier aber, über die bezeichneten Möglichkeiten hinaus, bewusst Spielraum, den Nachweis auch auf andere Weise zu führen.

Was können Sie tun, wenn die Versicherung nicht zahlt?

Leiden Sie an Schmerzen, deren Ursache noch nicht abschließend geklärt ist, sollten Sie sich von einem Arzt umfassend untersuchen lassen. Dies umfasst die körperliche Diagnose genauso wie die psychische. Liegt dann eine zumindest im Ansatz belastbare Diagnose vor, stehen die Chancen gut, dass die Berufsunfähigkeit eingetreten ist und die Versicherung die vertragliche Leistung erbringen muss. Sollte die Versicherung auch weiterhin die Leistung verweigern, ist es ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Weitere Informationen zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten Sie hier: www.wvr-law.de/berufsunfaehigkeitsversicherung-zahlt-nicht.

Hier erhalten Sie Hilfe

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Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Zivilrecht

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