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Berufsunfähigkeitsversicherung – Was tun, wenn die Versicherung nicht zahlen will?

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Sie haben zum Schutz vor finanziellen Ausfällen für den Fall, dass Sie Ihren bisherigen Beruf nicht mehr ausüben können, bei einer privaten Versicherung eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen. Im Gespräch mit dem Versicherungsvertreter ging es unter anderem um frühere Erkrankungen und ärztliche Behandlungen. Bei der Frage, ob dazu auch die Rückenschmerzen von vor einem halben Jahr wegen des Umzugs und Verspannungen gehören, sagte der Vertreter damals, so etwas könne ja jedem mal passieren, solche Erkrankungen wären nicht gemeint. Gemeint wären vielmehr Erkrankungen von einigem Gewicht. Die freundliche Unterhaltung mit dem Versicherungsvertreter dauerte damals nicht lange, schnell kam es zum Abschluss des Vertrages.

Jetzt - einige Jahre später - können Sie z. B. aufgrund eines Unfalles oder einer Krankheit Ihren bisherigen Beruf nicht mehr ausüben. Nachdem Sie die Versicherungsleistungen geltend gemacht haben, wird jedoch der Vertrag angefochten, gekündigt oder der Rücktritt wird ausgeübt. Die Begründung dafür lautet, Sie hätten für den Vertrag erhebliche Krankheiten bei Vertragsschluss oder ärztliche Behandlungen vorsätzlich oder gar arglistig verschwiegen. Im obigen Beispiel wird Ihnen vorgeworfen, chronische Rückenschmerzen arglistig verschwiegen zu haben. Die von Ihnen so dringend benötigten Leistungen werden vollständig abgelehnt!

Ob allerdings die Beendigung des Vertrages durch Anfechtung, Kündigung oder Rücktritt im Einzelfall tatsächlich rechtmäßig ist, sollte genauestens überprüft werden.

Es gilt daher, sich möglichst frühzeitig anwaltlich beraten zu lassen, um Fehler zu vermeiden, eventuelle Fristen einzuhalten und um Ihr gutes Recht durchsetzen zu lassen. Die Rechtsprechung in diesem Bereich ist umfassend und kompliziert. Es ist schwer, sich hier als Laie gegen eine Versicherung durchzusetzen.

TIPP:

Wenn Sie gerade einen Vertrag über eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen wollen, sollten Sie Vorerkrankungen und Konsultationen bei Heilbehandlern möglichst umfänglich angeben. Nehmen Sie sich bei der Beantwortung der Fragen ausreichend Zeit, Vorerkrankungen und Behandlungen möglichst gründlich zu erinnern und aufzuschreiben. Ich halte es für sinnvoll, Nachfrage bei Ihrem Hausarzt oder anderen Heilbehandlern zu stellen. Auch wenn diese Auskunft Sie vielleicht etwas kosten wird, lohnt es sich. Sie sollten vor Vertragsschluss gründlich sein, um die oben geschilderte vollständige Ablehnung durch die Versicherungen zu verhindern!

Sollten Sie dennoch in diese Situation kommen, können wir gerne zunächst telefonisch abklären, ob Aussicht auf Erfolg besteht. Ich bin bundesweit tätig und setze Ihr Recht gegen die Versicherung durch! 

Rechtsanwältin Ritwa J. Stahl


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Versicherungsrecht

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