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Besonderheiten bei Bestehen einer Erbengemeinschaft

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1. Gesetzliche Ausgangslage

Sind mehrere Erben vorhanden, so bilden diese per Gesetz automatisch eine Erbengemeinschaft, die das Vermögen des Erblassers gesamthänderisch hält und verwaltet. Deren Zweck ist darauf gerichtet, das noch vorhandene Vermögen des Erblassers unter den Erben zu verteilen.

Im Gegensatz zu einer Gesellschaft (Gesellschaft des Bürgerlichen Rechts, Kommanditgesellschaft, GmbH, AG etc.) ist die Erbengemeinschaft damit auf ihre Auflösung gerichtet, wobei Gesellschaften im Regelfall auf ihren Erhalt und Fortbetrieb (Ausnahme: Insolvenz) gerichtet sind.

Dieser Unterschied kann zu Komplikationen führen, wenn Gesellschaftsanteile vererbt werden.

Dabei ist zu beachten, dass die Entscheidungen einer Erbengemeinschaft nur einheitlich getroffen können, sofern vorher nichts anderes bestimmt wurde.

Wegen der gesetzlich angeordneten Folge einheitlicher Entscheidungen treten bei der Auseinandersetzung einer Erbengemeinschaft regelmäßig auch dann Probleme auf, wenn Uneinigkeit darüber besteht, „wie“ das vorhandene Vermögen des Erblassers verteilt werden soll.

Dies ist häufig dann der Fall, wenn sich in dem Vermögen des Erblassers unteilbare Bestandteile, wie beispielsweise bebaute Immobilien befinden oder Vermögensbestandteile mit unterschiedlichem Wert vorhanden sind.

2. Lösungsmöglichkeiten bei Uneinigkeiten bei einer Erbengemeinschaft:

a) Nachlassverwaltung

Der Erblasser oder das Nachlassgericht können die Einsetzung eines Nachlassverwalters anordnen, der bestimmt, wie das Nachlassvermögen unter den Mitgliedern einer Erbengemeinschaft aufzuteilen ist.

Dabei ist er einerseits an die gesetzlichen Vorschriften gebunden, andererseits kommt ihm ein gewisser Ermessensspielraum zu und er kann im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften das Nachlassvermögen so aufteilen, wie er es für richtig erachtet.

b) Vermittlungsverfahren

Daneben kann jedes Mitglied einer Erbengemeinschaft bei dem Nachlass einen Antrag auf Durchführung eines Vermittlungsverfahrens stellen. Dabei ist zu beachten, dass das Nachlassgericht nur Vermittlungsvorschläge unterbreiten kann und keine Möglichkeit hat, einigungsunwillige Miterben zu sanktionieren.

Bei Immobilienwerten kann ein einzelnes Mitglied einer Erbengemeinschaft die Durchführung einer Teilungsversteigerung zu fordern.

Nach erfolgter Versteigerung muss eine weitere Einigung herbeigeführt werden, nämlich die über die Verteilung des Versteigerungserlöses.

Schlimmstenfalls ist keine außergerichtliche Einigung über die Verteilung des Verkaufserlöses zu erzielen, sodass der erzielte Verkaufserlös zunächst bei Gericht hinterlegt werden muss.

Im Anschluss hieran kann jeder einzelne Miterbe die Durchführung einer Teilungsklage beantragen.

3. Fazit

Stellt sich heraus, dass wegen einer mangelnden Einigungsfähigkeit der Erbengemeinschaft die Erbauseinandersetzung einer Erbengemeinschaft unmöglich wird, so können Sie sich entweder der Hilfe eines Nachlassverwalters oder gerichtlicher Hilfe bedienen.

Aus Kostengründen ist es aber am sinnvollsten, wenn Sie versuchen, mit anwaltlicher Hilfe, die Erbauseinandersetzung einer Erbengemeinschaft außergerichtlich zu erzielen.

Gerne berate ich Sie hierzu und unterstütze Sie, wenn es darum geht, eine möglichst schnelle und kostenschonende Erbauseinandersetzung herbeizuführen.

Sie erreichen mich telefonisch oder per E-Mail.


Rechtstipp vom 09.10.2017
Aktualisiert am 08.02.2018
aus der Themenwelt Mehrere Erben: die Erbengemeinschaft und dem Rechtsgebiet Erbrecht

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