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Betrug durch Onlineshop – was tun?

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Das Internet ist zum oft zuverlässigen Begleiter geworden. Wir lagern immer mehr unsere Bedürfnisse und Tätigkeiten in das Internet aus. Ob wir nun Sachen bestellen, Fahrkarten buchen oder gar lesen und spielen. Das Internet bietet für alle diese Aspekte hinreichend Platz zur individuellen Entfaltung.

Onlineshops nehmen einen wichtigen Platz in diesem System ein. Sie erlauben uns oft, sehr transparent und günstig verschiedene Waren und Dienstleistungen zu beziehen und damit unsere Bedürfnisse zu decken. Oft vertrauen wir diesen Onlineshops und geben dort Daten ein oder bezahlen unsere Waren im Voraus. Doch das kann gefährlich werden, da so Betrug durch Onlineshops Tür und Tor geöffnet wird. Wie ein solcher Betrug durch Onlineshops abläuft und was man tun kann, soll dieser Beitrag klären.

I. So betrügen Onlineshops!

Bestellt man im Internet eine Ware, so sucht man sich diese in den Onlineshops zunächst einmal aus. Hat man genügend Zeit, dann vergleicht man auch die Preise mit anderen Onlineshops. Die meisten Kunden wenden sich dabei an die üblichen und bekannten Onlineshops wie bspw. an Amazon oder eBay – die als Vermittler fungieren – oder an echte Onlineshops wie bspw. Mediamarkt. Möglich ist aber auch, die Preise der Onlineshops zu vergleichen. Hierbei kommt man oft auch auf andere Onlineshops, deren Namen man vielleicht sogar nie gehört hat. Die meisten Menschen sind dennoch gutgläubig. Sie wählen das Produkt aus. Beim ersten Einkauf in dem Onlineshop muss man oft seine Adressdaten sowie Namen angeben. Dann erfolgt die Bezahlung der Ware. Und dann warten die Kunden oft vergebens darauf, dass die Ware verschickt wird. Spätestens dann weiß man, dass ein Betrug durch die Onlineshops vorliegt.

Dieser Betrug durch die Onlineshops kann vielgestaltig erfolgen. Zum einen kann dieser schon im Missbrauch und im Erschleichen von Kundendaten liegen. Diebesbanden könnten so herausfinden, wo Sie wohnen. Telefonnummern und E-Mail-Adressen können verkauft werden, um bspw. deren missbräuchliche Nutzung oder Verwendung für unerlaubte Werbung zu ermöglichen. Mit Bankdaten kann Missbrauch betrieben werden. Im schlimmsten Fall kann das Bankkonto von Ihnen ausgeräumt werden.

Der klassische Betrugsfall ist jedoch der, dass eine Ware bestellt und bezahlt wird, aber die Onlineshops diese nie versenden und auch nie vorhatten, diese Ware zu versenden. Dies war bspw. auch auf eBay eine Zeitlang ein großes Problem, weil die Identität der Verkäufer verschleiert war. Aber auch eigens im Internet eingerichtete Onlineshops verfuhren nach diesem Muster und übten so Betrug an vielen Kunden aus. Dieser Betrug wird durch einen Umstand möglich: Die Ware muss zuerst bezahlt werden, bevor sie verschickt werden kann. Grundsätzlich ist dies ein verständlicher Vorgang. Denn schließlich weiß der Verkäufer auch nicht, ob der Kunde wirklich zahlt. Im schlimmsten Fall ist die Sache für immer verschwunden und der Verkäufer steht ohne Geld dar. Diesen Umstand können viele Käufer von Onlineshops nachvollziehen – sie treten gerne in Vorleistung. Dies ist wiederum jedoch mit Unsicherheiten für den Kunden verbunden und wurde schon oft zum Betrug am Kunden durch Onlineshops verwendet. Um ganz sicherzugehen, müssten die Ware und das Geld an einen Treuhänder gesendet werden, der den Leistungsaustausch überwacht. Dies wäre jedoch zu umständlich und daher wird oft das Risiko auf die Kunden abgewälzt. Seriöse Onlineshops bieten jedoch auch bspw. Zahlungsarten wie die Nachnahme oder den Kauf auf Rechnung bis zu einem bestimmten Betrag an. Andere Händler, wie Amazon oder eBay, oder auch Zahlungsdienstleister, wie Paypal, bieten an, im Betrugsfall das Geld zurückzuerstatten.

Nicht zuletzt können derartige Onlineshops auch zu einem besonderen Betrug benutzt werden: zum Abgreifen von Identifikationsmerkmalen, wie z. B. Pins. So bieten viele Shops ein Zahlungssystem zum Direktzahlen an, wie z. B. Sofortüberweisung. Onlineshops, die einen Betrug begehen wollen, bilden das System nach und führen im Hintergrund eine weitaus größere Überweisung durch. Werden Sie nun aufgefordert, eine Tan einzugeben, legitimieren Sie dadurch unbewusst die dahinterstehende größere Überweisung.

II. Und was kann ich tun?

Zunächst ist die Vorsorge wichtig. Schauen Sie, ob der Onlineshops einen seriösen Eindruck macht. Achten Sie auf Rechtschreibfehler. Besteht ein Impressum und eine Datenschutzerklärung? Können die AGB eingesehen werden? Sind diese Inhalte auch auf Deutsch verfügbar? Auch bei zu günstigen Preisen sollten Sie stutzig werden. Sind die Preise erheblich unter dem Niveau der Mitbewerber, besteht die Gefahr eines Betrugs durch die Onlineshops.

Zusätzlich können Sie noch auf Gütesiegel wie z. B. das Trusted-Shop-Siegel achten. Beachten Sie bitte aber, dass diese auch gefälscht werden können. Ist Ihnen die Seite unbekannt, sollten Sie gerade bei größeren Anschaffung diese Seite in einer Suchmaschine suchen und überprüfen. Achten Sie auch auf Zahlungsmöglichkeiten wie die Nachnahme oder aber einen Kauf auf Rechnung. Nutzen Sie beim Onlinekauf keine Zahlungsdienste wie Western Union, paysafe oder Ukash. Bezahlen Sie mit Paypal, können Sie ggf. den Käuferschutz aktivieren und erhalten so Ihr Geld zurück.

Wurden Sie dennoch Opfer eines Betrugs, gilt es den Sachverhalt gut zu dokumentieren. Gehen Sie nochmals auf die Seite und fertigen Sie Screenshots an. Bewahren Sie alle E-Mails und Vorgänge in diesem Zusammenhang auf. Wenden Sie sich an die Bank. Eine Lastschrift kann ggf. noch storniert werden. Schlecht stehen die Chancen, wenn Sie direkt überwiesen haben.

Oft hilft in letzter Konsequenz nur noch die Anzeige oder das Stellen eines Strafantrags bei der Polizei. Oft sind die Aufklärungsquoten dabei aber sehr gering, weshalb diese Fälle oft nur sehr schleppend bearbeitet werden – selbst wenn es um höhere Beträge geht. Durch eine gute Dokumentation des Vorgangs können Sie den Beamten allerdings schon Arbeit abnehmen, sodass der Vorgang schneller bearbeitet werden kann.

Hier lohnt es sich oft auch, einen Rechtsanwalt einzuschalten, wenn ein Betrug durch Onlineshops vorliegt. Dieser kann Ihnen sowohl helfen, den Sachverhalt aufzubereiten und wichtige Beweise zu sichern, als auch eine rechtliche Würdigung vorzunehmen und die Kommunikation mit den Behörden zu übernehmen.

III. Fazit

Beim Betrug durch Onlineshops gilt –wie so oft im Leben –, dass Vorsorge besser als Nachsorge ist. Achten Sie also beim Kauf einer Ware genau auf den Shop, dessen Darstellung und den Gesamteindruck. Vergleichen Sie die Preise und informieren Sie sich über den Shop.

Ist es zu einem Betrug durch Onlineshops gekommen, stellt sich die Frage, was zu tun ist. Hier sind eine saubere Dokumentation des Vorgangs und das Einschalten der Strafverfolgungsbehörden wichtig. Lassen Sie sich auch durch einen Rechtsanwalt beraten.

Gerne können wir Sie in dieser Hinsicht auch individuell beraten und Ihnen helfen, in dem Betrugsfall gegen die Onlineshops vorzugehen und auch die Kommunikation mit den Behörden zu übernehmen.


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten IT-Recht, Strafrecht

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