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Betrug mit Aktien – Rechtsanwalt warnt vor weiteren Schäden nach Aktienbetrug

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Betrug mit Aktien ist nach wie vor hoch im Kurs. Berührten Themen wie Insiderhandel und Marktmanipulation früher regelmäßig nur professionelle Investoren, so sind in den letzten Jahren zunehmend Verbraucher betroffen. Besonders perfide ist, dass es oftmals nicht bei einem Betrug bleibt, sondern der Anleger im Nachgang gleich noch mal um sein Geld gebracht wird. Dr. Louis Rönsberg, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, kennt die Tricks der Aktienbetrüger und rät zur Vorsicht:

Der Aktienbetrug

Das Vorgehen der Betrüger ist regelmäßig das gleiche: Das Telefon klingelt und es meldet sich ein angeblicher Mitarbeiter eines angeblichen Aktienhandelshauses, meist mit seriös klingendem angloamerikanischem Namen und Sitz im Ausland. Empfohlen wird eine Aktie, die gerade angeblich außergewöhnlich günstig steht (sog. Pennystock oder Billigaktie) und die angeblich innerhalb weniger Tage um ein Vielfaches steigen wird. Als Grund für den prognostizierten Anstieg wird z. B. eine bevorstehende Fusion, der Kauf eines Patentes oder der Erwerb von vielversprechenden Bohr- oder Schürfrechten genannt. Das Ganze klingt zumeist schlüssig und nach einem „Geheimtipp". In der Folge kaufen viele der angerufenen Anleger die empfohlene Aktie im Vertrauen auf die Richtigkeit der Aussagen des angeblichen Experten. In der Konsequenz steigt der Kurs der Aktie. Der Berater hatte anscheinend Recht. Tatsächlich ist der Kursanstieg jedoch nur auf die massive Telefonwerbung der Betrüger und nicht auf eine besondere Werthaltigkeit des betreffenden Unternehmens oder das angekündigte Ereignis zurückzuführen. Wenn die Anleger dies erkennen, fällt der Wert der Aktie innerhalb kürzester Zeit ins Bodenlose.

Der Betrug mit dem Nachkauf der Aktie

Hat der Anleger erkannt, dass die Prognose offensichtlich falsch war, so ist Eile geboten, weiß Dr. Rönsberg: „Es müssen so schnell wie möglich Beweise gesichert und nach Möglichkeit Gelder arrestiert werden. Vor allem aber sollte keinesfalls versucht werden, die Verluste durch Nachkäufe auszugleichen". Denn so lautet zumeist der Rat der Betrüger. Stagniert der Kurs im Fall für kurze Zeit (sog. „dead cat bounce"), so wird dem Anleger eingeredet, der Kursverfall sei nur eine vorübergehende „Korrektur" auf dem Weg nach oben. Durch einen Nachkauf könne der Verlust bei einem nur leichten Anstieg dann umso schneller ausgeglichen werden. Tatsächlich fällt der Aktienkurs nach kurzer Zeit weiter, bis er schließlich auf dem Bruchteil eines Cent verbleibt und der Wert irgendwann aus dem Handel genommen wird.

Der Betrug mit dem angeblichen Abkauf der Aktien

Ein weiterer beliebter Trick der Aktienbetrüger besteht darin, dass sie ihren Opfern nach einer Weile anbieten, die Aktien abzukaufen. Dies sei allerdings nur gegen eine „Transaktionsgebühr" von ein paar Tausend Euro oder Dollar möglich, die natürlich vom Anleger vorgeschossen werden müssten. Zahlt der Anleger den Betrag an die Betrüger, so hört er nie wieder etwas vom vermeintlichen Käufer seiner Aktien. In einer anderen Variante wird dem Anleger mitgeteilt, seine Aktien seien bereits von einem Investor gekauft worden, der Kaufpreis hänge jedoch bei einer amerikanischen Aufsichtsbehörde fest und müsse gegen Zahlung von ein paar tausend Dollar „ausgelöst" werden. Tatsächlich gibt es diese US-Behörde (etwa die „United States Regulators and Administration Commission") meist schon überhaupt nicht, oder der Betrag soll nicht auf das Konto der Behörde in den USA, sondern z. B. auf ein Konto in Ostasien überwiesen werden.

Der Betrug mit den angeblichen Helfern

In letzter Zeit werden Opfer von Aktienbetrug immer häufiger unaufgefordert von dubiosen Firmen angerufen, die versprechen, das verlorene Geld kurzfristig zurückzuholen. Auch diese Firmen haben zumeist klangvolle angloamerikanische Namen und präsentieren sich auf seriös gestalteten Webseiten. Für ihre angeblichen Dienste verlangen sie hohe Vorschüsse. Sind die einmal gezahlt, lassen sie nie wieder etwas von sich hören.

Dr. Rönsberg rät daher durch Aktienbetrug geschädigten Anlegern dringend, sich in jedem Fall zunächst von einem im Aktien- und Kapitalmarktrecht erfahrenen Rechtsanwalt beraten zu lassen. Dieser wird die verschiedenen Möglichkeiten des weiteren Vorgehens sowie die zu erwartenden Kosten und Risiken aufzeigen und gegebenenfalls die erforderlichen Schritte einleiten.

Rechtsanwalt Dr. Rönsberg, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, steht für Fragen im Rahmen eines unverbindlichen Erstkontakts gerne zur Verfügung.

SLB Kloepper Rechtsanwälte

info@slb-law.de

+49 (0) 89 - 51 24 27 - 0


Rechtstipp vom 24.01.2012

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