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Bewertungen im Internet - Rechtliche Tipps für Arbeitgeber, Ärzte, Restaurants und Online-Shops

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Negative Bewertungen im Internet führen zu direkten Umsatzeinbußen. Betroffene Unternehmen und Selbstständige sind jedoch nicht schutzlos und können rechtliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Immer mehr Arbeitgeber, Ärzte, Restaurants und Online-Shops lassen negative Bewertungen rechtlich überprüfen, weil die negativen Bewertungen im Internet finanzielle Probleme bereiten. Einen Arzt mit schlechten Bewertungen sucht man in der Regel ungern auf oder empfiehlt diesen weiter.

Woran liegt das?

Ganz einfach: Die Bewertungen im Internet ersetzen heute die Empfehlungen von früher.

Wer heute einen guten Arzt oder ein gutes Restaurant finden will, nutzt Bewertungsportale oder die Google oder Facebook-Bewertungen und informiert sich dort. Ausgesucht werden dann aber in der Regel nur die Anbieter, die auch gut bewertet wurden.

Dagegen ist nichts einzuwenden.

Zumindest so lange die Bewerter bei der Wahrheit bleiben und nicht beleidigend werden. Denn: Werden Lügen verbreitet oder Personen beleidigt oder unsachlich herabgesetzt, dann kann man gegen die Bewertungen vorgehen.

Ich habe hier mal ein paar Beispiele aus unserer Praxis für unzulässige Bewertungen gesammelt:

  • Der Arzt berechnet Leistungen, die er nicht erbracht hat
  • Im Restaurant wird Gammelfleisch zubereitet
  • „Ich habe zwei Handtaschen bestellt, aber es wurde nur eine geliefert“ oder „Das Armband war nicht aus Silber, sondern Blech“ oder „Im Karton waren nur 480 Stück, obwohl 500 angegeben waren“, „Keine Originalware“, „China-Ware“
  • „Der Verkäufer ist ein „Betrüger“, „Abzocker“ oder „ Der Shop verkauft gestohlene Waren“

Die Liste lässt sich unendlich weiterführen.

Gegen solche Bewertungen, die Angaben enthalten, die nicht der Wahrheit entsprechen oder die einzig zum Ziel haben, eine Rufschädigung herbeizuführen, kann man vorgehen.

Wie kann den Betroffenen geholfen werden?

Zunächst ist zu prüfen, ob ein Rechtsanspruch auf eine Löschung oder Abänderung der jeweiligen Bewertung besteht. Im nächsten Schritt wird das Portal, Google oder Facebook über die Rechtsverletzung in Kenntnis gesetzt und bspw. zur Löschung aufgefordert. Ist der Bewerter bekannt, kann dieser zudem aufgefordert werden, künftig bei der Wahrheit zu bleiben.

In den meisten Fällen wird dann Abhilfe geschaffen, ohne dass es zu einer Klage kommen muss.

Zudem lassen sich die Bewertungsportale im Rahmen eines Dauermandates überwachen, wenn dies gewünscht wird.

Tipp:

Die Rechtschutzversicherungen übernehmen in der Regel die Anwaltskosten, wenn es um die Löschung und Entfernung von Bewertungen aus dem Internet geht.

Betroffene müssen sich daher nicht auf die Möglichkeit eines Gegenkommentars vertrösten lassen. Ist die Bewertung rechtswidrig hat man einen Anspruch auf Löschung oder Entfernung der Bewertung und kann sein Recht mit einem Anwalt durchsetzen, um den eigenen Ruf und die Reputation im Internet wieder herzustellen.


Rechtstipp vom 25.11.2015
aus der Themenwelt Haftung für Inhalte und dem Rechtsgebiet Urheberrecht & Medienrecht

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