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Bio-Farm-Investment – Never2hot

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Die BaFin warnt vor Angeboten der Bio-Farm-Investment Co Ltd. (Never2hot) in Thailand wegen eines fehlenden Angebotsprospektes.

Eine solche Warnung sollte eigentlich nicht erforderlich sein, ist das Internetangebot http://www.bio-farm-investment.com/ doch Warnung genug. Angeboten werden zum Beispiel die Investition in Bio-Zitronen, Bio-Fisch und Bio-Hühner. Ein Wirtschaftsplan oder eine Unternehmenskalkulation gibt es nicht. Dafür sind die Unternehmensdaten faszinierend. Auf einer Nutzfläche von 400 qm (wirklich) soll das Farmprojekt mit 200 Hühnern starten. Dazu werden stolz Bilder einer traurigen Wiese und einer ebenso traurigen Hütte gezeigt. Nahezu jeder deutsche Schrebergarten sieht wesentlich eindrucksvoller und gepflegter aus.

Die Bio-Zitronen bekommen immerhin 10 ha spendiert, auf denen 500 Sträucher angebaut werden sollen. Die Bilder sehen allerdings ähnlich traurig aus, wie die Hühnerfarm. Die Firmen-News berichten dann noch Traurigeres: Die Zitronenfarm ist übler Sabotage zum Opfer gefallen. Wenn man den dazu präsentierten Bildern glauben mag, wird der Wiederaufbau mit 5 oder 6 Setzlingen in Angriff genommen. Ebenso spannend ist die geplante Fischzucht. Entweder können thailändische Fische auf trockenen Wiesen leben oder die drei Initiatoren nehmen einen Spaten zur Hand und heben den geplanten 800 qm-Teich aus.

Wer von diesem Angebot überzeugt ist, kann sein Geld auf eine Bankverbindung in Thailand überweisen. Ein Anlegeranwalt wird hinterher allerdings nicht helfen können.

Angesichts dieser Rahmendaten macht es wenig Sinn, sich mit den weiteren Einzelheiten dieses Angebotes auseinanderzusetzen. Wieso also wird hier darauf eingegangen. Zum einem, weil immerhin die BaFin davor gewarnt hat (kollektiver Verbraucherschutz). Andererseits besteht die Vermutung, dass mit solchen Nonsens-Angeboten aus dem Ausland vermehrt auf Anlegerfang gegangen wird. Hier etwa weiß niemand, ob es die auf den Bildern gezeigten Initiatoren tatsächlich gibt. Eine solche Bio-Farm könnte auch aus einem Rechner in Detmold und einem Konto in Thailand bestehen. Dann wären die Farmbilder aber vermutlich eindrucksvoller ausgefallen.

Fazit: Zur Warnung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) wegen des fehlenden Prospektes: Ebenso könnte das Bundeskriminalamt vor einem Schwerverbrecher mit dem Hinweis warnen, dieser habe vermutlich keinen Waffenschein.


Rechtstipp vom 05.05.2016
aus dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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