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Botoxbehandlung durch Zahnärzte

Rechtstipp vom 04.11.2016
Rechtstipp vom 04.11.2016

Zahnärzte, die ihr Behandlungsrepertoire neben der eigentlichen Zahnheilkunde im Bereich Zahnästhetik und Schönheit ausbauen wollen, sollten wissen, dass ihnen die lukrative Behandlung mit Botox oder Hyaluronsäure grundsätzlich nicht erlaubt ist.

Das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfahlen hat mit Urteil vom 18.04.2013, Az. 13 A 1210/11 entschieden, dass Zahnärzte keine Falten mit Botulinumtoxin und Hyaluronsäure unterspritzen dürfen. Eine Behandlung über den sogenannten „Lippenrotbereich“ hinaus ist Zahnärzten nur dann erlaubt, wenn sie zusätzlich über eine ärztliche Approbation oder eine Heilpraktikererlaubnis verfügen. Das Gericht begründete dies damit, dass es bei den Behandlungen nicht um rein kosmetische Maßnahmen geht, sondern um eine erlaubnispflichtige Ausübung der Heilkunde gemäß § 1 Abs. 2 des Heilpraktikergesetzes. Diese ist von der zahnärztlichen Approbation nicht gedeckt, denn diese bezieht sich nur auf die Feststellung und Behandlung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten. Behandlungen im Gesichts- und Halsbereich sind hiervon gerade nicht erfasst.

Zahnärzte die eine Heilpraktikererlaubnis beantragen mit dem Ziel Faltenbehandlungen anzubieten, sollten beachten, dass in der konkreten Umsetzung eine strenge Trennung der Sprechstunden, Praxen und Websites erfolgen sollte, um eine Irreführung der Patienten zu vermeiden. ohne weitere Kurse oder Prüfungen zu erhalten. Darüber hinaus berechtigt die Heilpraktikererlaubnis ausschließlich die Behandlungen mit Hyaluronsäure durchzuführen. Im Gegensatz zur Hyaluronsäure (Filler) ist Botulinumtoxin (Clostridium botulinum) nämlich verschreibungspflichtig und unterliegt daher dem Arztvorbehalt.

Kristin Raddi

Rechtsanwältin


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Medizinrecht

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