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Brauche ich eine Reparaturfreigabe?

  • 2 Minuten Lesezeit
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Brauche ich eine Reparaturfreigabe der gegnerischen Versicherung? 

Ganz klar: Nein! Das Gerücht von der Reparaturfreigabe hält sich leider hartnäckig und ungebrochen. Genährt wird es durch das Auftreten der Haftpflichtversicherer, welche sich gerne als Helfer in der Not gerieren („aktives Schadensmanagement“).

Gleich zweimal überfahren

Tatsächlich versuchen die Versicherer damit aber nur eines zu managen: ihre eigenen Kosten.

Da kommt es nur gelegen, dass Sie sich nach einem Unfall unerwartet in einer Situation sehen, für welche die Versicherung perfekt vorbereitet ist (geschultes Personal, 24-stündiger Bereitschaftsdienst). Eine freundliche Mitarbeiterin zeigt ihnen am Telefon schnell, dass sie sich mit allem auskennt und sich um alles kümmert: Abschleppdienst, Mietwagen, Reparatur … Wie nett und hilfsbereit, dass jemand Ihnen die ganze Arbeit abnimmt.

Den Bock zum Gärtner machen

Achtung: Wer Ihnen da „helfen“ will – das ist die Versicherung des Unfallgegners!

Die objektive Bewertung der Haftung, die Beweissicherung, die Reparatur in der Werkstatt und Ihre Mobilitätseinbuße sind alles kostenintensive Faktoren. Je früher die Versicherung die Schadensbeseitigung selbst in die Hand nimmt, umso mehr Kosten kann die Versicherung sparen – zu Ihren Lasten.

Die Versicherung wird Ihnen nicht verraten, dass Sie die Unfallregulierung von einem Rechtsanwalt für Verkehrsrecht machen lassen können – der Ihre Interessen vertritt (und trotzdem von der Gegenseite gezahlt werden muss).

Die Versicherung wird Ihnen auch nicht verraten, dass Sie selbst einen Gutachter beauftragen können, der den Schaden ermittelt. Die Versicherung schickt lieber einen eigenen Gutachter – der natürlich einen geringeren Schaden ermitteln wird.

Die Versicherungen arbeiten mit Partnerwerkstätten zusammen, die günstigere Preise machen, eben weil sie von den Versicherungen so viele Aufträge bekommen (auch in Würzburg sind diese Werkstätten bekannt). Ob diese Partnerwerkstatt bei einem unerwarteten Mehraufwand tatsächlich mehr Herzblut und wertvolle Zeit in Ihr Auto investiert als dringend nötig?

Falsche Vorstellung

Der Begriff „Reparaturfreigabe“ kommt im Übrigen aus der Kaskoversicherung und aus dem Leasingvertrag. Hier haben Sie jedoch bereits vor dem Schaden einen Vertrag mit dem Versicherer bzw. der Bank ausgehandelt, in dem das Vorgehen bei einem Schadensfall festgelegt wird.

Beim Unfall haben Sie es jedoch nicht mit einem Vertragspartner zu tun, sondern mit einem Gegner. Die Gegenseite hat Ihnen jedoch nicht zu diktieren, wo und wann Sie Ihren Schaden beheben. Vergleichen Sie es damit: Wenn der Nachbarssohn Ihre Fensterscheibe kaputt schießt, müssen Sie auch nicht fragen, ob Sie die Scheibe ersetzen lassen dürfen.

Weniger müssen

Im Falle eines Unfalles haben der Schädiger und seine Versicherung Schadensersatz zu leisten. Sie als Geschädigter müssen den Schaden nur darlegen und sich an den gesunden Menschenverstand halten („Schadensminderungsobliegenheit“). Bevor hier auf Ihre Kosten Abstriche gemacht werden, haben Sie immer das Recht, sich von einem Anwalt helfen zu lassen – auf Kosten der Gegenseite.

Hatten Sie einen Unfall? Nutzen Sie die Möglichkeit unserer kostenlosen Ersteinschätzung, auch zur Kostenfrag!


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Verkehrsrecht

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