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Checkliste: die wichtigsten Tipps zum Thema Hausbau

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Wer vor der Entscheidung steht, ein Haus zu bauen, oder bereits mit dem Bau begonnen hat, muss den Überblick über hunderte Details behalten. Für viele Menschen stellt sich die Frage eines Hausbaus nur einmal im Leben und daher ist es nur natürlich, stets ein flaues Gefühl im Magen zu haben, dass hoffentlich nichts schiefgeht.

Immer wieder kann es vorkommen, dass beim Bau etwas nicht plangemäß läuft. Hier gilt es, sich vorab und auch während der Bauphase beispielsweise gegen Kostenfallen, Bauzeitverschiebungen und Mängel bestmöglich abzusichern.

In der nachfolgenden Checkliste haben wir Ihnen daher in chronologischer Reihenfolge einige wichtige Punkte beim Umgang mit einem Bauträger zusammengetragen, um bei einem möglichen Rechtsstreit die besten Karten in der Hand halten zu können.

Tipp 1: Vor dem Bau: Vertragspartner checken

Es klingt ergreifend einfach, wird aber in der Euphorie einer beginnenden Bauphase von Bauherren bisweilen vergessen: die Recherche über den Bauträger. Bauherren können sich hier verschiedenster wertvoller Quellen bedienen, um schon vorab ein Gefühl für die Zuverlässigkeit, den Service und auch die Qualität der Arbeit des Bauträgers oder Architekten zu erhalten.

Internetrecherche

Es ist ganz einfach, etwas über „Ihren“ Bauträger herauszufinden:

  • Firma und Inhaber im Internet raussuchen.
  • Unser Tipp: Alle wichtigen juristischen Informationen und Namen von Verantwortlichen finden Sie im Impressum der Homepage.
  • Google-Ergebnisse auf Erlebnisberichte anderer Bauherren durchforsten.
  • In Foren nach Erfahrungen fahnden, die andere mit dem Bauträger oder Architekten gemacht haben.
  • Wer nichts findet, kann einfach fragen: Melden Sie sich im Forum an und fragen Sie die anderen User, ob sie etwas zu Ihrem Bauträger oder Architekten wissen.
  • Gegebenenfalls lässt sich bei der Internetrecherche auch etwas zur Geschichte des Firmeninhabers finden, beispielsweise, ob dieser schon einmal Insolvenz anmelden musste.

Achtung: Firmenbewertungen im Internet können zur Entscheidungsfindung beitragen, sind allerdings mit Vorsicht zu genießen. Denn wenn diese in der Mehrzahl nur allzu gut ausfallen, so könnte es sich um gefälschte Einträge handeln. Genauso kann es sein, dass in den Foren nur die besonders Kritischen einen Beitrag posten, sodass sich Ihre Sicht auf den Bauträger negativ verzerrt, weil zufriedene Einträge nicht gemacht wurden, obwohl es glückliche Bauherren gegeben hat. Die Entscheidung zur Kooperation mit einem Bauträger sollte also niemals allein auf Grundlage von Bewertungsportalen fallen.

Referenzprojekte des Bauträgers oder Architekten

Besser noch zur Recherche eignet sich die Ansicht von Referenzobjekten. Wer ein Haus bauen möchte, sollte sich vor der Entscheidung für einen bestimmten Bauträger oder Architekten einfach einmal dessen Referenzobjekte ansehen.

Insbesondere sollten Sie dabei Fragen im Hinblick auf diese Aspekte stellen:

Hat es bei der Zusammenarbeit mit dem Bauträger oder Architekten Terminüberschreitungen gegeben? Wenn „Ja“, wie ist derjenige damit umgegangen? Woran hat es gelegen?

Gab es während des Baus Mängel, die noch rechtzeitig behoben werden konnten oder sind vielleicht später Mängel aufgefallen?

Wie lief die Kommunikation mit dem Bauträger oder Architekten vor, während und nach dem Bau – insbesondere bei Problemen und Fragen seitens der Bauherren?

Antwortete dieser zügig und war er stets erreichbar? Vermittelte er das Gefühl, bei Problemen wirklich Abhilfe schaffen zu wollen?

Die Vertragsphase: Bauträgervertrag checken lassen

Der professionelle Blick auf den Vertrag

Wer sich für einen Bauträger oder Architekten entschieden hat und schon in konkrete Vertragsverhandlungen mit dem Bauträger getreten ist, sollte vor der finalen Vertrags-unterzeichnung noch einmal den Vertrag von einem Rechtsanwalt überprüfen lassen.

Denn eins ist klar: Alleine die Summen, um die es beim Eigentumserwerb geht, sind beträchtlich – das Risiko beim Kauf ist hoch. Sind die Verträge für den Käufer nachteilig, so besteht die Gefahr, viel Geld zu verlieren.

Bei der Auswahl des Anwalts sollten Betroffene darauf achten, wie sich die Gebühren für die Überprüfung des Vertrages zusammensetzen. Die Kosten und Leistungen sollten unbedingt vorab geklärt, bestenfalls sollte eine Pauschale vereinbart werden.

Wichtig zu wissen:

Bei GKS Rechtsanwälte übernehmen wir die gesamte Prüfung und Beratung Ihres Kaufvertrags im Hinblick auf rechtliche Risiken innerhalb von 48 Stunden zum Preis von 325,00 € (inkl. MwSt.). 

Nicht eingeschlossen in dieses günstige Paketangebot sind Vertragsverhandlungen. Denn: Nicht in jedem Fall muss ein Anwalt in die Vertragsverhandlungen mit dem Verkäufer eingreifen – dies kann der Käufer oft auch allein.

Tipp 2: In der Bauphase: Ordner anlegen

Den Baufortschritt rechtssicher dokumentieren

Gerade während der heißen Bauphase sollten Bauherren sich so oft wie möglich um die im Bau befindlichen, eigenen vier Wände kümmern. Mit wenigen und einfachen, leicht zu realisierenden aber effektiven Maßnahmen kann jeder sich rein vorsorglich für einen möglichen Rechtsstreit mit dem Bauträger wappnen.

Ihr persönliches Bautagebuch

Legen Sie einen Ordner für Ihr Bauprojekt an. Drucken Sie alle E-Mails aus, fertigen Sie kurze Protokolle von mündlichen Besprechungen und heften Sie alles gut ab – bestenfalls in chronologischer Reihenfolge. Nehmen Sie Besprechungen idealerweise immer mit einem Zeugen wahr, der nicht Vertragspartner ist. Dies erleichtert in einem möglichen Prozess den Beweis mündlicher Zusagen enorm.

Tipp 3: In der Bauphase: Baufortschritt dokumentieren

Dokumentieren Sie den Baufortschritt mit Fotos. Machen Sie insbesondere von jedem Bauabschnitt genaue Fotos und archivieren Sie diese mit Erstellungsdatum und Kennzeichnung des Ortes. Wichtig ist hierbei, neben Großansichten des Hauses und der Baustelle auch Detailaufnahmen zu machen.

Fotodokumentation im Detail

Beim Bau kommt es oft vor, dass einzelne Einbauschritte nach der Vollendung eines Bauabschnittes nicht mehr gesehen werden können (beispielsweise eine in den Boden eingelassene Heizung). Hier wäre es optimal, die Lage und Beschaffenheit solch verbauter Teile auf Fotos als Beweismittel bereithalten zu können, falls nachträglich Mängel auftreten.

Tipp 4: In der Bauphase: Baustelle kontrollieren

Kontrollieren Sie regelmäßig die Baustelle und nehmen Sie so oft wie möglich hierzu einen Fachmann mit. Hierfür lohnt es sich bisweilen, auch einen solchen zu bezahlen. Dieser sieht im Zweifel noch mehr Mängel als ein Bauherr als Laie auf diesem Gebiet. So kann bei vorliegenden Mängeln noch während des Baus interveniert werden.

Blick vom Bauexperten erhöht Bauqualität

Die Begehungen mit dem Fachmann sollten dem Bauträger auch auffallen, denn wer merkt, dass er kontrolliert wird, arbeitet in der Regel sauberer.

Tipp 5: Bei Mängeln rechtliche Beratung hinzuziehen

Bahnen sich Mängel an oder sind sie schon entstanden, suchen Sie sich rechtlichen Beistand, um bei Fragen wie Mängelanzeigen, Fristen etc. keine Anfängerfehler zu machen. Oft hilft schon eine Erstberatung.

Anwaltliche Hilfe bei Bauzeitverzögerung

Gleiches gilt bei Bauzeitverzögerungen. Hier kann mitunter ein enormer Schaden entstehen, wenn beispielsweise die alte Bleibe schon gekündigt oder verkauft wurde, die neue allerdings noch nicht bezugsfertig ist. Die Durchsetzung entsprechender Entschädigungsansprüche gehört in juristisch fachmännische Hände.

Mit ruhigem Gewissen bauen

Lassen Sie sich nicht von der Angst, dass etwas schiefgehen könnte, leiten. Mit den oben aufgezeigten Maßnahmen können Sie selbst effektiv für den Erfolg des Projektes arbeiten oder zumindest Ihre Chancen in einem anschließenden Rechtsstreit erheblich verbessern.

Oliver Schöning

Rechtsanwalt,

Fachanwalt für Familienrecht

Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht

Online-Beratung bei RA Schöning: https://gks-rechtsanwaelte.de/online-beratung/#oliver-schoening



Rechtstipp vom 04.07.2017

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