Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Cloud Computing als Anwalt nutzen

Rechtstipp vom 14.05.2014
(9)
Rechtstipp vom 14.05.2014
(9)

Das Auslagern von Daten in die sogenannte "Cloud" erfreut sich immer größerer Beliebtheit in allen denkbaren Unternehmensbranchen. Auch die deutschen Anwälte sind dazu übergegangen, ihre Kanzleidaten und Kanzleiakten mehr und mehr zu digitalisieren und schließlich ganz an einen Cloud-Diensteanbieter auszulagern.

Keine eigene große IT-Infrastruktur in der Kanzlei nötig

Dies hat den entscheidenden Vorteil, dass eine eigene IT-Infrastruktur in dieser Richtung nicht mehr selbst gestellt werden muss. Hardware- und Softwarekosten, aber auch Wartungskosten und Know-how kann somit eingespart werden. Die großen Cloud-Dienstanbieter verfügen über enorme Speicherkapazität und sind preislich im Vergleich zur eigenen IT-Infrastruktur nicht zu schlagen.

Deutsches BDSG beachten

Allerdings sollte beachtet werden, dass das deutsche Datenschutzrecht strenge Bestimmungen für diese Art der Datenverarbeitung vorsieht. Es kommt entscheidend darauf an, ob es sich um einen deutschen Cloud-Anbieter oder einen handelt, der in der EU oder sogar außerhalb der EU den Sitz hat. Viele große Cloud-Dienste sind in den USA beheimatet.

Datenschutzrechtliche Bestimmungen beim Cloud Computing

Datenschutzrechtlich handelt es sich bei der Nutzung von Cloud Computing-Systemen in der Anwaltskanzlei um die sogenannte Auftragsdatenspeicherung gem. § 11 BDSG. Diese Regelung sieht vor, dass derjenige, der durch andere Daten verarbeiten lässt, trotz dieser Auslagerung die "verantwortliche Stelle" im Sinne des BDSG bleibt. Die Auslagerung von Daten hat also keine Befreiung von datenschutzrechtlichen Bestimmungen zur Folge. Die Bußgeldvorschriften gem. § 38 Abs. 5 BDSG treffen also im Zweifelsfalle (datenschutzrechtliche Verstöße oder Pannen in der Cloud) die verantwortliche Stelle, also die Anwaltskanzlei. Weiterhin sollte beachtet werden, dass es sich bei Mandantenakten um hochsensible Daten handelt. Auch standesrechtliche Vorschriften wie etwa § 50 BRAO kommen zum Tragen, denn auch bei Auslagerung in die Cloud muss der Anwalt stets ein geordnetes Bild seiner Tätigkeit wahren.


aus den Rechtsgebieten Anwaltshaftung, IT-Recht

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Alle Rechtstipps von Rechtsanwalt Thomas Feil (Feil Rechtsanwaltsgesellschaft mbH)

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter.