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CO.NET Verbrauchergenossenschaft eG – Wie sicher ist Ihr Geld?

  • 3 Minuten Lesezeit

Genossinnen und Genossen der CO.NET Verbrauchergenossenschaft eG finden aktuell zahlreiche Artikel, Warnungen und sogar eine Anordnung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (kurz: BaFin) im Internet. Wir haben uns die öffentlich zugänglichen Informationen angesehen.

I. Worum geht es?

Die CO.NET Verbrauchergenossenschaft eG hat ihren Sitz in Drochtersen (Niedersachsen) und ist im Handelsregister Tostedt unter der HRB 100021 eingetragen. Dort heißt es:

Zweck der Genossenschaft ist die Förderung der Mitglieder zur Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage mittels gemeinschaftlichen Geschäftsbetriebs.“

Gefolgt von weiteren allgemeinen Ausführungen wird dann der eigentliche Zweck offenbart:

Die Genossenschaft hat insbesondere das Ziel im Verbund der Genossenschaft Preisvorteile im Einkauf von Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs mit Partnerfirmen zu vereinbaren.

Das vom genossenschaftlichen Leitbild getragene Ziel ist zunächst legitim.

II. Welche finanziellen Mittel müssen Genossinnen und Genossen der CO.NET aufwenden?

Allein Genossinnen und Genossen sollen – was üblich ist – Vorteile aus der genossenschaftlichen Mitgliedschaft haben.

Allerdings stellt sich die Frage: Warum bedarf es des Erwerbs von vier Genossenschaftsanteilen zu je 500 € und eines zusätzlichen Aufgeldes in Höhe von weiteren 1.000 € − also zusätzlichen 20 Prozent auf die Genossenschaftsanteile?

Mit einem Eigenkapital von 121.229.865,32 € (Stand 31.12.2020) müsste der satzungsmäßig festgelegte Zweck erreicht werden können. Oder anders gesagt: Wozu bedarf es mehr als 121 Mio. € Eigenkapital, das auf die Einzahlungen von Genossinnen und Genossen zurückzuführen ist, um „Rabattierungen für Produkte des täglichen Bedarfs mit Partnerfirmen“ zu vereinbaren?

Antworten auf diese Fragen finden wir nicht. Erstaunlich ist der geringe Kassenbestand in Höhe von gerade einmal 3.786,21 €.

Auch ist nicht nachvollziehbar in welchen Finanzanlagen die Genossenschaft investiert ist. Laut Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2020 sollen über 85 Mio. € in Finanzanlagen investiert worden sein. Die Investition in Sachanlagen wird im Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2020 indessen mit gerade einmal rund 1,3 Mio. € ausgewiesen.

III. Wo ist der Prospekt der CO.NET?

Auf der Seite der Genossenschaft werden folgende Unterlagen bereitgestellt:

Ein Prospekt ist jedoch weder auf der Seite der CO.NET noch auf der Seite der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zu finden.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht „untersagt der CO.Net Verbrauchergenossenschaft eG das öffentliche Angebot von Anteilen, die eine Beteiligung am Ergebnis der CO.NET Verbrauchergenossenschaft eG gewähren.“

Die BaFin nimmt eine Beteiligung der Genossinnen und Genossen an dem Ergebnis der Genossenschaft an, weshalb die Ausnahme von der Prospektplicht nach dem Vermögensanlagengesetz entfällt.

Mit Widerspruchsbescheid vom 02.06.2021 wurde der Widerspruch der CO.NET zurückgewiesen, die daraufhin Klage beim Verwaltungsgericht in Frankfurt am Main erhoben hat.

Gleichwohl gilt: Der CO.NET ist das öffentliche Angebot von Anteilen, die eine Beteiligung an ihrem Ergebnis gewähren, untersagt. Der Bescheid der BaFin ist sofort vollziehbar.

IV. Was raten wir Genossinnen und Genossen der CO.NET?

Fakt ist, mehrere Mitglieder sind ausgeschieden (rd. 1,2 Mio. € laut Jahresabschluss 2020). Wer Zahlungen gegenüber der Genossenschaft beansprucht, sollte diese mit anwaltlicher Hilfe geltend machen und nicht zuwarten.

Ungewiss ist, ob sich CO.NET gegen die Untersagung der BaFin durchsetzen kann.

V. Zur Person

Seit über dreizehn Jahren vertrete ich, Rechtsanwalt Sascha Borowski, als Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht sowie geprüfter ESUG-Berater (DIAI) und Partner der Wirtschaftskanzlei BBR Buchalik Brömmekamp Rechtsanwälte, erfolgreich Investoren sowohl bei der Durchsetzung als auch bei der Abwehr von Ansprüchen in- und außerhalb des Insolvenzverfahrens.

BBR Buchalik Brömmekamp Rechtsanwälte zählt zu den markführenden Insolvenz- und Sanierungsberatern und wurde vielfach, so u. a. vom FOCUS, zur TOP Wirtschaftskanzlei im Bereich Insolvenz & Sanierung ausgezeichnet.

Setzen Sie sich gerne mit mir in Verbindung:

per E‑Mail: borowski@bbr-law.de

per Telefon: +49 (0)211- 828977 200

oder postalisch: Buchalik Brömmekamp Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Prinzenallee 15, 40549 Düsseldorf,

Besuchen Sie uns unter: https://www.kapitalanlagen-krise.de


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Bankrecht & Kapitalmarktrecht, Insolvenzrecht, Zivilrecht

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