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Commerzbank in Bredouille – Widerruf von Altkrediten noch bis Ende Juni möglich

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Die Commerzbank AG, eines der größten deutschen Kreditinstitute, muss ihren Kunden unfreiwillig und zum eigenen Nachteil eine rechtlich vorteilhafte Position gewähren. Dadurch, dass die Commerzbank jahrelang, insbesondere zwischen 2002 und 2012, fehlerhafte Widerrufsbelehrungen verwendete, haben Altkunden die Möglichkeit, ihre Darlehensverträge heute noch zu widerrufen. Der Gesetzgeber hat 2002 beschlossen, dass Verbraucher in diesen Fällen das Recht haben sollen, den Darlehensvertrag unbefristet, also „ewig“ widerrufen zu können. So geschehen bei der Commerzbank: Tausende (Immobilien-)Darlehen wurden mit Widerrufsbelehrungen versehen, die fehler- beziehungsweise lückenhaft waren. Commerzbank-Kunden, die in besagten Jahren einen Kredit aufgenommen haben, könnten also unverhofft die Vorzüge des sogenannten „ewigen“ Widerrufsrechts genießen.

Widerruf birgt finanziellen Coup für Commerzbank-Kunden – Ersparnis im fünfstelligen Betrag möglich

Dieses Widerrufsrecht kann sich auszahlen. Die Chance, einen alten Kredit problemlos „abzustoßen“, hat Folgen, die sich zugunsten der Finanzen des Commerzbank-Kunden auswirken können. Kurz erläutert: Ein Widerruf führt zu einer sogenannten Rückabwicklung des Darlehensvertrags, Kunde und Bank gewähren sich wechselseitig alle getätigten Leistungen zurück. Während der Darlehensnehmer also die bereits gezahlten Zinsen, Raten und Gebühren zurückerhält, muss er dem Kreditinstitut die Darlehenssumme zurückerstatten. So kann eine Umschuldung vorgenommen werden, der alte Kredit wird von einem neuen abgelöst.

Hier liegt der Knackpunkt, denn die Konditionen heutiger Darlehen sind wesentlich besser als noch vor einigen Jahren. Erheblich niedrigere Zinsen, verbraucherfreundliche Geschäftsbedingungen und kaum Gebühren zeichnen die Kreditlandschaft 2016 aus. Der Commerzbank Kunde spart also durch das Austauschen des alten Kredits mit dem neuen Kredit einige Prozentpunkte an Zinsen. Das kann bei einem höheren Darlehen mit einer längeren Laufzeit bereits tausende Euro Ersparnis bringen.

Das gesamte Manöver basiert auf dem Widerruf, zu dem deutschlandweit noch ca. 80.000 Verbraucher berechtigt sind. Ein weiterer Vorteil bringt der Widerruf noch mit sich: Für das frühzeitige „Austreten“ aus dem Vertragsverhältnis mit der Commerzbank kann diese vom Kunden keine Ausgleichszahlung, sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung, fordern. Die fällt aber beispielsweise bei einer Kündigung an. Der Kunde spart durch das Nutzen seines Widerrufsrechts zweierlei: die Vorfälligkeitsentschädigung und die hohen Kosten des alten Darlehens.

Commerzbank wich vom gesetzlichen Muster für Widerrufsbelehrungen ab – mit Folgen

Das Widerrufsrecht der Commerzbank-Kunden wiederum fußt auf der Tatsache, dass die Commerzbank jahrelang fehlerhafte Widerrufsbelehrungen verwendete. Fehlerhaft waren diese Belehrungen, weil sie gegen das gesetzliche Deutlichkeitsgebot, ein Ausfluss aus § 355 Abs. 2 BGB a.F., verstießen. Dieses Deutlichkeitsgebot schreibt vor, den Verbraucher unmissverständlich und abschließend über seine Rechte und Pflichten bezüglich des Widerrufs zu belehren. Der Gesetzgeber gab zu diesem Zweck Muster für Widerrufsbelehrungen heraus, deren unveränderte Übernahme einen Vertrauensschutz begründete – eine Verantwortlichkeit des Kreditinstituts ausschließend. Anstatt diese Musterbelehrungen zu nutzen, änderte die Commerzbank die Belehrungen ab, vermischte sogar unterschiedliche Muster und verlor damit die Schutzwirkung des Musters. Die von der Commerzbank genutzten Widerrufsbelehrungen wurden der gebotenen Deutlichkeit jedoch nicht gerecht, mangelnde Präzision und verwirrende Formulierungen waren zu finden. Mit Folgen, denn nun muss die Commerzbank für die Fehler einstehen und ihren Kunden das gesetzliche Widerrufsrecht zugestehen. Das könnte sich auch weiterhin nachteilig für die Bank auswirken.

Widerruf nur noch bis Juni 2016 möglich – kostenlose Erstberatung von Werdermann | von Rüden nutzen!

Der Gesetzgeber hat das unbefristete gesetzliche Widerrufsrecht allerdings zum April 2016 abgeschafft. Fortan kann ein mit fehlerhafter Widerrufsbelehrung versehener Darlehensvertrag nur noch ein Jahr und 14 Tage widerrufen werden. In sogenannten Altfällen besteht noch bis zum 21. Juni 2016 die Möglichkeit, das ehemals „ewige“ Widerrufsrecht zu nutzen.

Die Kanzlei Werdermann | von Rüden bietet Verbrauchern die Option an, deren Vertragsunterlagen einer kostenlosen Erstprüfung auf Widerrufbarkeit zu unterziehen. Das erfahrene und hervorragend ausgebildete Team von Anwälten bei Werdermann | von Rüden ist auf diesem Gebiet bundesweit tätig und blickt auf eine sehr hohe Erfolgsquote bei der Durchsetzung der Interessen von Mandanten zurück.

Weitere Informationen, insbesondere zur kostenlosen Erstberatung unter: https://www.wvr-law.de/widerruf-immobilienkredit-ohne-vorfaelligkeitsentschaedigung

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Rechtstipp vom 24.05.2016
aus der Themenwelt Finanzen und Versicherung und dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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