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Corona (COVID-19) – das müssen Arbeitnehmer wissen

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Das Coronavirus (COVID-19) bedroht neben der Gesundheit auch die Weltwirtschaft. 

Welche Rechte und Pflichten Sie als Arbeitnehmer treffen, erfahren Sie in diesem Artikel. Dieser befasst sich kurz und bündig unter anderem mit den Themen: Arbeitspflicht, Home-Office, Krankschreibung, Quarantäne und Entgeltfortzahlung. 

1. Darf ein Arbeitnehmer aus Furcht vor einer Erkrankung zu Hause bleiben?

Auch in Zeiten der Bedrohung durch das Coronavirus sind Sie als Arbeitnehmer grundsätzlich verpflichtet, Ihre Arbeit zu verrichten und hierzu Ihre Betriebsstätte aufzusuchen. Sollten Sie unentschuldigt Ihrer Arbeit fernbleiben, entfällt ihr Anspruch auf Arbeitslohn für diese Zeit und Sie riskieren eine Abmahnung bis hin zu dem Ausspruch einer Kündigung.

2. Haben Arbeitnehmer einen Anspruch auf Arbeit aus dem Home-Office

Arbeitnehmer haben keinen generellen Anspruch auf die Verrichtung Ihrer Arbeit aus dem Home-Office, außer dies ist ausdrücklich vertraglich vereinbart. Sollte eine entsprechende Vereinbarung fehlen, kann Ihr Arbeitgeber Sie auch nicht einseitig verpflichten, von zu Hause aus zu arbeiten. 

Sie können jedoch mit Ihrem Arbeitgeber eine einvernehmliche Einigung treffen. Ein Anspruch auf eine solche Einigung besteht jedoch nicht.

3. Haben am Coronavirus erkrankte Arbeitnehmer Anspruch auf Entgeltfortzahlung?

Ja! Sollten Sie an dem Coronavirus erkrankt sein, haben Sie gem. § 3 Entgeltfortzahlungsgesetz, wie bei einer „normalen“ Erkrankung, Anspruch auf Fortzahlung Ihres Gehalts bis zu einer Dauer von 6 Wochen bzw. 42 fortlaufende Kalendertagen.

4. Haben Arbeitnehmer in Quarantäne oder mit Beschäftigungsverbot Anspruch auf Ihr Gehalt?

Auch Arbeitnehmer, die von einem beruflichen Tätigkeitsverbot betroffen sind, erhalten vom Staat bis zu einer Dauer von 6 Wochen Entschädigung für Ihren Verdienstausfall. Dieser ist zunächst von Ihrem Arbeitgeber vorzuleisten, welcher sich diese Zahlungen vom Staat erstatten lassen kann. Das Vorgesagte gilt gleichfalls für sich in Quarantäne befindliche Arbeitnehmer.

5. Haben Arbeitnehmer Anspruch auf Ihr Gehalt, wenn sie aufgrund weggefallener Aufträgen des Arbeitgebers nicht beschäftigt werden?

Arbeitnehmer haben Anspruch auf Ihr Gehalt, wenn sie aufgrund nicht vorhandenen Aufträgen des Arbeitgebers zeitweilig nicht beschäftigt werden können. Das sogenannte „Wirtschaftsrisiko“ liegt beim Arbeitgeber, also das Risiko, dass Aufgrund wirtschaftlicher Zusammenhänge keine Arbeit bereitgestellt werden kann. Dieses Risiko kann nicht auf den Arbeitnehmer abgewälzt werden.

6. Müssen Arbeitnehmer ihre Arbeit antreten, wenn Kitas oder Schulen geschlossen werden und die Kinderbetreuung selbst organisiert werden muss?

Hier kommt es auf den Einzelfall an. Wenn Kitas oder Schulen für einen Zeitraum zwischen etwa einem und zehn Tagen geschlossen werden, kann der Arbeitnehmer gemäß § 616 BGB die Fortzahlung seines Entgelts verlangen. 

Sollte dieser Zeitraum jedoch überschritten werden, fällt auch der Anspruch auf Fortzahlung für die ersten 10 Tage weg. Am Beispiel der aktuellen Schulschließung bspw. in Niedersachen bedeutet dies: Die Schulen sind über einen Zeitraum von etwa 4 Wochen geschlossen, ein Anspruch des Arbeitnehmers gemäß § 616 BGB kommt in diesen Fällen nicht in Betracht. 

Der Arbeitgeber ist bei dem Wegfall der Betreuung zwar meist nicht verpflichtet, seiner Arbeit nachzukommen, dies führt jedoch auch zum Verlust des Gehaltsanspruchs für diese Zeit. Es ist daher unbedingt zu versuchen, eine einvernehmliche Lösung mit Ihrem Arbeitgeber zu finden, z. B. durch das Abfeiern von Überstunden oder die Inanspruchnahme Ihres Urlaubes. Auch das Homeoffice kann die Kinderbetreuung erleichtern.

7. Welche Maßnahmen muss ein Arbeitgeber ergreifen um die Arbeitnehmer zu schützen?

Arbeitgeber sind aufgrund von Schutz- und Informationspflichten verpflichtet, Arbeitnehmer vor potentiellen Gefahren zu schützen. Zu welchen konkreten Maßnahmen Ihr Arbeitgeber verpflichtet ist, hängt immer ganz vom Einzelfall ab. 

Aktuell wird Ihr Arbeitgeber jedoch in jedem Fall zur verstärkten Durchsetzung von Hygienestandards verpflichtet sein, z. B. durch Bereitstellung von Desinfektionsmitteln und Hinweise zu deren Benutzung. 

Dieser Artikel dient lediglich dazu, Ihnen einen ersten Überblick zu verschaffen. Sollten Sie weitere Fragen hinsichtlich Ihres Arbeitsverhältnisses in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie haben, können Sie mich gerne kontaktieren.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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