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Cyberbullying und Cybermobbing

Das schweizerische Recht kennt keinen einzelnen Tatbestand, der Cybermobbing oder Mobbing unter Strafe stellt. Gleichwohl können die dem Cybermobbing zu Grunde liegenden belästigenden, drohenden und verunglimpfenden Handlungen oft strafrechtlich erfasst werden. Je nach Sachverhalt können folgende Straftatbestände erfasst werden:

  • Unbefugtes Eindringen in ein Datenverarbeitungssystem Art. 143bis StGB
  • Betrügerischer Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage Art. 147 StGB
  • Datenbeschädigung Art. 144bis StGB
  • Unbefugtes Beschaffen von Personendaten Art.179novies StGB
  • Erpressung Art. 156 StGB
  • Üble Nachrede Art. 173 StGB
  • Verleumdung Art. 174 StGB
  • Beschimpfung Art. 177 StGB
  • Drohung Art. 180 StGB
  • Nötigung Art. 181 StGB

Die in diesen Tatbeständen angedrohten Strafen reichen bei Erwachsenen von Geldstrafen oder Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren.

Folgende Merkmale unterscheiden Cyberbullying von traditionellem Bullying:

  • Cyberbullying erfolgt auf Distanz und der Täter bleibt meist anonym.
  • Die diffamierenden Inhalte lassen sich schnell und rund um die Uhr verbreiten, sind jederzeit zugänglich und können kaum kontrolliert werden.
  • Informationen bleiben im Internet über lange Zeit hinweg für jedermann abrufbar und können von dort nur schwerlich wieder entfernt werden.
  • Der Täter kann sein Opfer nicht sehen, weshalb oft ein empathisches Verständnis für das physisch nicht anwesende Opfer fehlt.
  • Weil die Täter kein Feedback darüber erhalten, wann das Opfer ‚genughat’, gehen sie im virtuellen Raum oft weiter, als dass sie dies im realen Leben tun würden.
  • Die Opfer selbst kennen den Personenkreis, der die sie diffamierenden Texte oder Bilder gesehen hat, nicht.

Rechtstipp vom 25.02.2015
aus dem Rechtsgebiet Strafrecht | Schweizer Recht

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            Rechtsanwältin Dominique Calcò Labbruzzo (LAW by CALCÒ) Rechtsanwältin Dominique Calcò Labbruzzo

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