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Cybermobbing - Definition und rechtliche Möglichkeiten, dagegen anzugehen

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Definition:

Unter „Cyber-Mobbing“ (auch als „Cyber-Bullying“ oder „Internet-Mobbing“ bezeichnet) versteht man das Diffamieren, Beleidigen, Bloßstellen oder Belästigen anderer Menschen mittels elektronischer Kommunikationsmittel, wie z. B. das Internet oder Mobiltelefone. Über das Internet kann das Cyber-Mobbing z. B. durch die Verwendung von Instant Messaging oder in sozialen Netzwerken und Videoportalen geschehen.

Das besonders verwerfliche am Cyber-Mobbing ist es, dass die Beleidigung oder das Bloßstellen ständig präsent ist. Darüber hinaus ist es nur äußerst schwierig, einmal im Netz befindliche Einträge dort wieder herauszubekommen. Die einzige Möglichkeit der Betroffenen wäre es wohl, auf die Nutzung neuer Medien zu verzichten. Dies ist jedoch in der heutigen medialen Welt nahezu unmöglich und kann auch nicht gewollt sein, hat doch auch der Bundesgerichtshof jüngst entschieden, dass der Internetzugang auch im privaten Bereich von zentraler Bedeutung für die Lebensführung ist.

Die Täter des Cyber-Mobbing fühlen sich aufgrund der vermeintlichen Anonymität des Internets oftmals „auf der sicheren Seite“, was die Betroffenen zusätzlich verunsichert und belastet, da sie nicht wissen, wer hinter den Attacken steckt. Eine Anonymität im Netz gibt es jedoch nicht, so dass die Täter des Cyber-Mobbings durchaus zu ermitteln sind.

In jeglicher Hinsicht ist das Cyber-Mobbing kein Kavaliersdelikt. Die Folgen von Cyber-Mobbing können für die Betroffenen eklatant sein, wie es in Cyber-Mobbing-Fällen aus jüngster Vergangenheit der Fall war, die ein tragisches Ende nahmen.

Rechtliche Beurteilung:

Die Betroffenen von Cyber-Mobbing-Attacken stehen jedoch nicht recht- und schutzlos da. Den Betroffenen stehen in rechtlicher Hinsicht verschiedene Wege offen, sich gegen Cyber-Mobbing zur Wehr zu setzen.

Bei der rechtlichen Beurteilung des Cyber-Mobbings ist sicherlich der jeweilige Einzelfall zu betrachten, d. h. welche Art und welches Ausmaß das Cyber-Mobbing angenommen hat. Zum einen stehen den Betroffenen zivilrechtliche Ansprüche gegen die Täter zu. Zum anderen kann das Cyber-Mobbing strafrechtliche Konsequenzen für die Täter zur Folge haben.

In strafrechtlicher Hinsicht können durch die Täter insbesondere die Tatbestände der Beleidigung, der üblen Nachrede oder der Verleumdung erfüllt sein. Daneben kommen aber auch die Tatbestände der Nötigung, der Bedrohung oder der Erpressung mit der entsprechenden Straffolgen für den Täter in Betracht, wobei die Aufzählung dieser Straftatbestände nicht abschließend sein muss. Hier sollten die Betroffenen nicht zögern und eine entsprechende Strafanzeige erstatten.

In zivilrechtlicher Hinsicht haben die Betroffenen ebenfalls Möglichkeiten, sich gegen das Cyber-Mobbing zur Wehr zu setzen. So kann das Cyber-Mobbing einen rechtswidrigen Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht darstellen mit der Folge, dass den Betroffenen Unterlassungsansprüche und/oder Beseitigungsansprüche gegen die Täter zustehen.

Darüber hinaus können den Betroffenen Schadenersatz- oder auch Schmerzensgeldansprüche zustehen. Die Höhe dieser Ansprüche richtet sich nach dem jeweiligen Einzelfall, also wiederum nach Art und Ausmaß des Cyber-Mobbings.

Auch das Gewaltschutzgesetz sieht die rechtliche Möglichkeit vor, sich gegen Cyber-Mobbing zur Wehr zu setzen. Danach hat ein Gericht auf begründeten Antrag der verletzten Person die zur Abwendung weiterer Verletzungen erforderlichen Maßnahmen zu treffen. Das Gericht kann insbesondere anordnen, dass der Täter es unterlässt, Verbindung zur verletzten Person, auch unter Verwendung von Fernkommunikationsmitteln (also z. B. über das Internet), aufzunehmen.

Findet das Cyber-Mobbing in Internetforen statt, so besteht ggfls. gegen den Forenbetreiber ein Anspruch der Betroffenen auf Löschung der diffamierenden oder beleidigenden Foreneinträge.

Wichtig für alle rechtlichen Möglichkeiten ist es, dass die Betroffenen Beweise sichern, so z. B. durch das Anfertigen von Screenshots oder der Dokumentation des Cyber-Mobbings in zeitlicher Abfolge oder auch durch die Hinzuziehung von Zeugen.

Betroffene von Cyber-Mobbing stehen nicht rechtlos dar. Es gilt, von den Rechten Gebrauch zu machen und sich gegen das Cyber-Mobbing zur Wehr zu setzen.


Rechtstipp vom 14.05.2014

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