Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Daimler Rückruf: Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) macht Ernst bei Mercedes-Benz Fahrzeugen

(12)

München, den 19.08.2018 – Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) macht Ernst bei Daimler: deutschlandweit müssen nach Medienberichten rund 280.000 Mercedes-Benz Fahrzeuge zurückgerufen werden. 

Der Vorwurf: durch eine illegale Abschalteinrichtung sind diese Fahrzeuge nur auf dem Prüfstand so sauber, dass sie die gesetzlichen Abgasnormen einhalten. Auf der Straße sind die Werte teils massiv überhöht.

Klingt bekannt? Genau. Es handelt sich um den Vorwurf einer „Schummelsoftware”, wie er bei immer mehr Fahrzeugen der Volkswagen-Firmen (VW, Audi, Porsche, Seat und Skoda) vor rund drei Jahren bekannt wurde. Daimler hatte bislang immer abgestritten, selbst Schummelsoftware im Einsatz zu haben und bestreitet das noch immer. Man werde gegen den Bescheid des KBA vorgehen, so Daimler. Dennoch werde ein Software-Update entwickelt, das bei dem Rückruf aufgespielt werde.

Auch in den von der KAP Rechtsanwaltsgesellschaft mbH geführten Verfahren gegen Daimler (siehe: https://www.anwalt.de/rechtstipps/diesel-skandal-klage-gegen-daimler-im-abgasskandal-von-rechtsanwaelten-eingereicht_111731.html) bestreiten diese den Einsatz einer Schummelsoftware. Uns vorliegende Messwerte, die den Prüfstand und Realbedingungen vergleichen, lassen sich aber kaum in Einklang bringen. Daher hat das Landgericht Stuttgart in vielen von der KAP Rechtsanwaltsgesellschaft mbH geführten Klageverfahren ein gerichtliches Sachverständigengutachten angeordnet, um Klarheit zu schaffen. Auch der nun angeordnete Rückruf gibt den Klägern weiteren Rückenwind.

Denn wie schon bei den Volkswagen-Fahrzeugen stellt sich die Frage, ob überhaupt ein Software-Update entwickelt werden kann, das die Fahrzeuge „mangelfrei” macht. Aktuelle Erkenntnisse, z. B. der Deutschen Umwelthilfe lassen den Schluss zu, dass die Updates auch nicht geeignet sind, die Fahrzeuge dauerhaft sauberer zu machen. Im Gegenteil scheinen sogar negative Langzeitfolgen zu befürchten, ein höherer Kraftstoffverbrauch ist hierbei noch das geringste Übel.

Die Rückrufaktion des KBA beschleunigt nun die Entscheidungsfindung für Betroffene. Fahrzeughalter, die sich mit einem Software-Update nicht abfinden wollen, haben die Möglichkeit, Ihr Fahrzeug an den Hersteller zurückzugeben und Schadensersatz geltend zu machen

Wegen der anstehenden Rückruffristen sollten sie sich rechtzeitig anwaltlich beraten lassen.

Ausführliche Informationen unter: https://www.kap-fachanwalt-rechtsanwaelte.de/faelle/diesel-skandal/daimler-mercedes-benz/


Rechtstipp vom 20.08.2018

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors