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Darf der Mieter bei „Airbnb“ vermieten oder kann der Vermieter kündigen?

Rechtstipp vom 30.01.2018
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Vermietung durch den Mieter auf Airbnb

Die Überraschung ist groß, wenn der Vermieter seine Wohnung auf dem Vermietungsportal „Airbnb“ sieht. Es wird zunehmend häufiger, dass findige Mieter sich schnell etwas dazu verdienen wollen. Die Frage, die sich dann stellt ist, ob der Vermieter ein solche „Weitervermietung“ dulden muss.

Kündigung des Mieters

Die erste natürliche Reaktion des Vermieters wird sein, den nunmehr unliebsamen Mieter loswerden zu wollen. Das Landgericht Berlin hatte sich in seinem Beschluss vom 27.07.2016 – 67 S 154/16 gerade mit dieser Frage zu beschäftigen. Es hat eine Kündigung als zulässig angesehen, allerdings mit Einschränkungen.

LG Berlin 27.07.2016 – 67 S 154/16 schützt den Mieter

Grundsätzlich stellt die Weitevermietung eine „unerlaubte Gebrauchsüberlassung an Dritte“ dar. Diese begründet nach § 543 Abs. 1, Abs. 2 S. 1 Nr. 2 Alt. 2 BGB einen „wichtigen Grund“. Damit ist eine Kündigung möglich.

Abmahnung des Mieters erforderlich

Der Vermieter muss den Mieter aber abmahnen. Eine Ausnahme von diesem Grundsatz liegt bei einer Weitervermietung nicht vor. Eine solche wäre dann, so das LG Berlin, in Betracht zu ziehen, wenn der Mieter sein Profil auf „Airbnb“ nicht löscht oder „beharrlich“ weitervermietet. Dann wäre wohl eine Entbehrlichkeit der Abmahnung gegeben.

Fazit: Das Landgericht Berlin erlaubt es Mietern, einmal mit der Weitervermietung erwischt zu werden, bevor sie gekündigt werden. Aber es sind hier viele Details zu beachten und es kommt wie stets auf den genauen Sachverhalt an. Daher ist anwaltlicher Rat dringend erforderlich, um nicht eine unwirksame Kündigung zu riskieren.


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