Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen
Teilen

E-Mail

Facebook

Twitter

LinkedIn

Xing

Link

Darlehen und Baudarlehen erfolgreich widerrufen

(3)

Nach der Rechtsprechung des BGH ist es möglich, ein Darlehen und auch ein Baudarlehen, das in der Zeit zwischen 2001 und 2011 abgeschlossen wurde, zu widerrufen. Voraussetzung ist, dass die Widerrufsbelehrung nicht oder falsch von der Bank erteilt wurde. 

Damit kann der Bankkunde sich von einem alten Darlehen lösen und die hohen Zinsen vermeiden. 

Dieser „Widerrufsjoker“ konnte nach der Rechtsprechung des BGH ursprünglich zeitlich unbegrenzt gezogen werden, sodass keine Verjährung pp. der Ansprüche drohte. 

Durch eine Gesetzesänderung hat der Bundestag beschlossen, dass der Widerruf derartiger Darlehen nur bis zum 21.06.2016 möglich ist. Dies gilt jedoch nicht ausnahmslos. Ist der Kunde durch einen Vermittler der Bank angesprochen worden, so kann der Widerruf auch noch nach dem 21.06.2016 erklärt werden. 

Dies ist unter anderem dann der Fall, wenn der Kunde zum Abschluss des Darlehensvertrages etwa an seinem Arbeitsplatz, im Rahmen einer Freizeitveranstaltung oder im Bereich seiner Privatwohnung überredet wurde. Das gleiche gilt, falls der Bankkunde in Verkehrsmitteln oder auf der öffentlichen Straße angesprochen wurde und so „geworben“ wurde.

Die Folgen des Widerrufs bestehen bei „Altfällen“ in einer vollständigen Rückabwicklung der beiderseitig empfangenen Leistungen, sodass der Darlehenskunde nach Widerruf seiner Darlehensvertragserklärung vom Darlehensgeber die aus seinem eigenen Vermögen erbrachten Zins- und Tilgungsleistungen einschließlich eines herauszugebenden Nutzungsersatzes zurückfordern kann. Umgekehrt ist der Darlehensnehmer zur Erstattung des ausgezahlten Nettokreditbetrages und zu dessen marktüblicher Verzinsung verpflichtet. Hierzu kann unter anderem auch gehören, dass der Bankkunde/ Darlehensnehmer die Löschung der zur Sicherheit eingetragenen Grundschuld Zug um Zug gegen Zahlung verlangen kann. 

Daneben können auch Darlehensverträge nach 2011 noch widerrufen werden, wenn die Widerrufserklärung aus anderen Gründen fehlerhaft oder nicht nachvollziehbar ist und dem Transparenzgebot widerspricht.

Die Fristen hierfür betragen jedoch maximal 12 Monate und 14 Tage nach Vertragsschluss. 


Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Alle Rechtstipps von Kanzlei Stefan Schröder

Newsletter

Neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter.