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Das „Leasingmodell“ der Fa. RankNet

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Die RankNet GmbH & Co KG in München (rank-net.de) stellt sich selbst als „professionelle Internetagentur“ dar.

Dabei setzte RankNet in den vorliegenden Fällen die bekannte Referenzkundenmasche ein, die neben der Vertragsgestaltung in allen wesentlichen Aussagen identisch von der Euroweb Gruppe (Euroweb Internet, Internet Online Media, Webstyle) kopiert wurde. Dabei wird suggeriert, man suche „Referenzkunden“, für die eine besonders hochwertige Homepage gestaltet würde, die RankNet dann zur Anwerbung weiterer Kunden derselben Branche einsetzen wolle. Im Gegenzug würde RankNet den Aufwand der Erstellung selbst übernehmen.

Die dabei angepriesenen „professionellen“ Leistungen beinhalteten dann aber in der nachträglichen Interpretation des Bestellformulars und der AGB der Münchner Profis nicht einmal eine Unterstützung bei der Erstellung von Texten oder Bildern. Vielmehr habe dieser der Kunde selbst fertig anzuliefern.

Der RankNet-Gestalter erstellte dagegen binnen Stunden während der laufenden Besprechung zur Gestaltung der Präsentation einen Wordpress-Gestaltungsrahmen, den der Kunde noch am Ende des Gesprächs als fertige Präsentation mittels vorbereitetem Formular „übernehmen“ sollte. Dies wurde in Prozessen als Nachweis dafür eingesetzt, dass die Präsentation fertiggestellt sei.

Bezahlt werden sollte für diese Leistungen wie für Service und Hosting ein Gesamtbetrag über 7.000 € brutto in 48 Monatsraten von 148,75 €.

Der Kanzlei liegt das Alternativangebot eines professionellen Designers zur Erstellung eines Wordpress-Rahmens nach Vorgabe des Kunden ohne Einpflegen von Texten und Inhalten über 486,- € brutto insgesamt vor.

Verdeckte Unternehmensfinanzierung über Leasinggesellschaften

Neu ist nun eine zusätzliche Methode, mit der die Rechte der Betroffenen weiter beschnitten werden.

So veranlasste RankNet Betroffene im Nachgang zu dem Vertragsschluss zur Unterzeichnung eines Leasingantrags an die MMV Leasing GmbH, nachdem die Gestaltung der Homepage bereits mit dem Webdesigner abgestimmt war. In einem weiteren Fall versuchte es RankNet bei einer anderen Gesellschaft, die jedoch von dem Geschäft Abstand nahm.

Das Vorgehen ist für die Betroffenen freilich schon vom Ansatz her offensichtlich sinnlos, weil sie bereits über einen Formular-Ratenvertrag mit RankNet über Monatsraten von 148,75 € und 48 Monaten Laufzeit verfügen. Diese Vereinbarung soll dann offenbar mit einer Leasingvereinbarung über exakt dieselbe Monatsrate und Laufzeit ersetzt werden, nur dass die Betroffenen dann an die MMV Leasing zahlen sollten.

Hintergrund ist also nicht die Finanzierung eines „Kaufpreises“ oder einer Lizenz nach der Definition und den gesetzlichen Vorgaben zum Leasing, sondern RankNet finanziert mit diesem Vorgehen den Ratenvertrag mit den Betroffenen vor, indem sie sich den Gesamtpreis von der Leasinggesellschaft zahlen lässt. Tatsächlich erfolgt also keine Finanzierung für den Auftraggeber, sondern eine projektbezogene Unternehmensfinanzierung für den Anbieter RankNet, unter Ausnutzung der Betroffenen als eine Art von „Strohleuten“.

....lesen Sie weiter unter ramusiol.com ....



Rechtstipp vom 19.01.2016
aus den Rechtsgebieten Wirtschaftsrecht, Zivilrecht

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