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Das Namensrecht im Familienrecht

Rechtstipp vom 11.12.2017
(21)
Rechtstipp vom 11.12.2017
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Jeder Mensch kommt zunächst ohne Namen auf die Welt und erhält dann von seinen Eltern einen oder mehrere Vornamen und seinen Nachnamen. Mit diesem Namen wächst man auf und identifiziert sich damit – während der Zeit im Kindergarten, der Schule und während der Ausbildung. Eine erste Namensänderung findet in den meisten Fällen erst mit der Heirat statt. Dass dies jedoch nicht der einzige Grund ist, der zu einer Namensänderung führen kann, zeigt dieser Rechtstipp.

Der Ehename

Im Zuge einer bevorstehenden Hochzeit stellen sich die zukünftigen Eheleute oftmals die Frage, welcher Name zukünftig der Familienname sein soll. Alle möglichen Alternativen sind in § 1355 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) geregelt. Danach können beide Ehepartner ihren bisherigen Nachnamen behalten, einer kann den Nachnamen des anderen als gemeinsamen Ehenamen annehmen und es kann derjenige, der den Namen des anderen annimmt, diesen mit seinem bisherigen Nachnamen zu einem Doppelnamen verbinden. Besteht der Nachname eines Ehegatten bereits aus mehreren Namen, so kann nur einer dieser Namen hinzugefügt werden – denn der neue Familienname darf höchstens ein Doppelname sein.

Welche Nachnamen sind für Kinder möglich?

Kommt ein Kind auf die Welt und haben die Eltern einen gemeinsamen Ehenamen, so erhält das Kind diesen Nachnamen. Führt ein Elternteil einen Doppelnamen und der andere führt seinen Nachnamen weiter, so erhält das Kind den einzelnen Namen und nicht den Doppelnamen.

Haben die Eltern keinen gemeinsamen Familiennamen oder sind die Eltern nicht miteinander verheiratet, so kommt es darauf an, wem die elterliche Sorge zusteht – beiden gemeinsam oder nur einem Elternteil. Bei gemeinsamer elterlicher Sorge müssen sich die Eltern für einen der beiden Nachnamen entscheiden, denn eine Kombination aus beiden Nachnamen ist nicht erlaubt. Hat einer der beiden Elternteile einen Doppelnamen, so kann das Kind einen dieser beiden Namen oder beide Namen erhalten. Die Entscheidung für einen bestimmten Nachnamen ist allerdings unwiderruflich und gilt auch für alle weiteren Kinder dieser Eltern.

Hat ein Elternteil das alleinige Sorgerecht, so erhält das Kind automatisch den Nachnamen dieses Elternteils.

Welchen Namen kann man nach einer Scheidung tragen?

Gem. § 1355 Abs. 5 BGB darf bei einer Scheidung der Ehename von beiden geschiedenen Partnern weitergeführt werden. Derjenige, der bei der Heirat seinen Namen geändert hat, kann gegenüber dem Standesamt unwiderruflich erklären, dass er entweder seinen Geburtsnamen bzw. den Namen wieder annimmt, den er bis zur Heirat geführt hat, oder er kann einen Doppelnamen aus dem Ehenamen und seinem Geburtsnamen bzw. dem zur Zeit der Hochzeit geführten Namen bilden. Diese Regelungen gelten auch für einen verwitweten Ehepartner.

Neue Ehe – neuer Nachname?

Heiratet eine geschiedene oder verwitwete Person erneut, kann sie entweder den Namen des neuen Partners annehmen oder einen Doppelnamen aus dem alten und dem neuen Nachnamen bilden.

Sind bereits Kinder vorhanden, so behalten diese in der Regel ihren ursprünglichen Nachnamen. Eine Möglichkeit, dass die Kinder ebenfalls den neuen Familiennamen erhalten, ist jedoch die sog. Einbenennung. Diese ist aber von einigen Voraussetzungen abhängig: Das Kind muss im neuen gemeinsamen Haushalt leben, der sorgeberechtigte Ex-Partner muss der Änderung des Ehenamens zustimmen, wenn das Kind seinen Nachnamen trägt, und das Kind muss zustimmen, wenn es das fünfte Lebensjahr vollendet hat. Das Familiengericht kann die Einwilligung des Ex-Partners ersetzen, wenn die Einbenennung zum Wohle des Kindes erforderlich ist.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Familienrecht

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