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Das Personalgespräch: Was darf der Chef und was nicht?

Rechtstipp vom 08.11.2016
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Rechtstipp vom 08.11.2016
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In fast jedem Unternehmen findet heutzutage in regelmäßigen Abständen ein Personalgespräch statt. Der Arbeitgeber kann jedes Thema, das im Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis steht, zum Thema eines Personalgesprächs machen. Zulässige Themen eines Personalgesprächs sind also beispielsweise Inhalt, Zeit und Ort der Arbeitsleistung, die Ordnung im Betrieb, die betriebliche Organisation, das Verhalten des Arbeitnehmers gegenüber seinen Kollegen, Vorgesetzten oder den Kunden, aber auch die Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

Sofern der Arbeitgeber das Personalgespräch fordert, übt er damit sein Weisungsrecht aus. Das Personalgespräch ist somit Teil der Arbeitszeit. Es ist folglich auch so zu terminieren. Findet das Personalgespräch außerhalb der Arbeitszeit statt, handelt es sich dabei um Überstunden. Überstunden sind jedoch nur im Notfall und bei außergewöhnlichen Umständen zulässig. Ein solcher außergewöhnlicher Umstand liegt beispielsweise vor, wenn der Arbeitnehmer Nachtarbeit leistet. In einem solchen Falle kann der Arbeitgeber verlangen, dass das Personalgespräch tagsüber zu den gewöhnlichen Arbeitszeiten stattfindet.

Ort des Personalgespräch ist gewöhnlicherweise der Arbeitsort des Arbeitnehmers. Besteht hierfür ein sachlicher Grund, kann der Arbeitgeber jedoch auch den Dienstort des Vorgesetzten zum Ort des Personalgesprächs machen. Dies ist zum Beispiel denkbar, wenn der Arbeitnehmer gewöhnlicherweise zu Hause arbeitet. In diesem Fall kann der Arbeitgeber verlangen, dass das Personalgespräch im Büro erfolgt.

Der Arbeitnehmer darf zu dem Personalgespräch gewöhnlicherweise keinen Rechtsanwalt hinzuziehen. Etwas anderes gilt insbesondere dann, wenn der Arbeitgeber einen Anwalt einschaltet. Dann darf auch der Arbeitnehmer einen Rechtsanwalt zum Personalgespräch mitbringen. Auch im Falle der Verdachtskündigung, also der Kündigung wegen des Verdachts eines strafbaren Verhaltens des Arbeitnehmers, darf dieser sich der Hilfe eines Rechtsanwalts bedienen.

Rechtsanwalt Dr. Alexander B. Simokat


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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