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Das Recht auf Smartphones – auch für Kinder

Rechtstipp vom 28.09.2018
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Rechtstipp vom 28.09.2018
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Nur wenige Themen ziehen so tiefe Gräben zwischen zwei verfeindete Fraktionen wie die Nutzung von Computern, Handys und Smartphones von Kindern. Das trifft häufig auch auf Eheleute zu, und erst recht, wenn sie getrennt leben bzw. sich haben scheiden lassen. Ein Gericht wollte nun per Beschluss eingreifen. Und scheiterte.

Was das Aufenthaltsbestimmungsrecht mit dem Smartphone zu tun hat

Ein getrennt lebendes Ehepaar konnte einen Streit über das Aufenthaltsbestimmungsrecht nicht ohne richterliche Hilfe klären und landete vor dem Familiengericht in Frankfurt am Main. Auf den ersten Blick ein Streit, wie er jeden Tag vorkommt. Doch die Entscheidung des Richters verwunderte alle Beteiligten. Zunächst bekam die Mutter recht, der Vater zog den Kürzeren. Doch dann wurde die Entscheidung ergänzt und zur Auflage gemacht, dass die achtjährige Tochter bis zu ihrem 12. Lebensjahr kein Smartphone benutzen dürfe.

Eltern wehrten sich

Im Falle der Entscheidung über das Smartphone bzw. dessen Verbot zogen die Eltern dann wieder an einem Strang und wehrten sich dagegen. Mit Erfolg. Das Oberlandesgericht (OLG) hob die Entscheidung des Familiengerichts wieder auf und erlaubte nun das Smartphone für die Tochter. Zur Begründung hieß es, dass die pure Nutzung eines Smartphones, Fernsehers oder Computers kein Grund für die Annahme sei, das Kind würde geschädigt werden. Zwar räumte das OLG ein, dass die Nutzung von Medien im Allgemeinen für Kinder Gefahren berge, doch das allein würde keine Maßnahmen wie die des Familiengerichts rechtfertigen.

Ob Kindeswohlgefährdung vorliege, sei im Einzelfall zu prüfen. Im besprochenen Fall sah das OLG aber hier keine konkrete Gefahr.


Rechtstipp aus der Themenwelt Kindererziehung und Aufsichtspflicht und dem Rechtsgebiet Familienrecht

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