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Das Recht der Auszubildenden – Abgrenzung zu anderen Arbeitnehmergruppen

Rechtstipp vom 28.01.2019
Rechtstipp vom 28.01.2019

Als Auszubildende im Sinne der §§ 10 ff Berufsbildungsgesetz (BBiG) gelten nicht: Anlernlinge, Volontäre, Praktikanten, Personen in einem Berufsausbildungsvorbereitungs-, Fortbildungs- und Umschulungsverhältnis oder Beschäftigte in einem Arbeitsverhältnis mit Fortbildungs- und Ausbildungscharakter.

Anlernlinge sind Personen, denen nur auf einem begrenzten beruflichen Gebiet und nicht im Rahmen einer Ausbildungsordnung Kenntnisse, Fertigkeiten oder Erfahrungen vermittelt werden. Die Dauer der Anlernzeit liegt regelmäßig deutlich unter der Ausbildungszeit eines anerkannten Ausbildungsberufs.

Volontäre sind Personen, die ihre Berufskenntnisse erweitern oder zusätzliche Kenntnisse in einem fremden Beruf erwerben, aber keinen geordneten Ausbildungsgang absolvieren. Nach § 26 BBiG findet das Berufsbildungsgesetz auch auf Volontäre weitgehende Anwendung.

Zu den Praktikanten zählen Personen, die sich einer bestimmten betrieblichen Tätigkeit und Ausbildung im Rahmen einer schulischen bzw. wissenschaftlichen Gesamtausbildung unterziehen, dabei aber keine systematische Berufsausbildung absolvieren. Ob für Praktikanten § 26 BBiG Anwendung findet, ist umstritten, die rechtswissenschaftliche Literatur befürwortet überwiegend die Einbeziehung von Praktikanten in den Schutzbereich des § 26 BBiG.

Nicht in einem Berufsausbildungsverhältnis stehen Personen, die sich in einem Berufsausbildungsvorbereitungsverhältnis befinden. Die Berufsausbildungsvorbereitung richtet sich an lernbeeinträchtigte oder sozial benachteiligte Personen, deren Entwicklungsstand eine erfolgreiche Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf noch nicht erwarten lässt. Berufsausbildungsvorbereitungsverhältnisse werden regelmäßig von der Bundesagentur für Arbeit gefördert.

Personen in einem beruflichen Fortbildungsverhältnis zählen ebenfalls nicht zu den Auszubildenden im Sinne der §§ 10 – 24 BBiG. Nach § 1 Absatz 4 BBiG soll es die berufliche Fortbildung ermöglichen, die berufliche Handlungsfähigkeit zu erhalten und anzupassen oder zu erweitern und beruflich aufzusteigen.

Ein Umschulverhältnis nach § 1 Absatz 5 BBiG soll dem Umschüler die für eine andere als die zuvor erlernte Tätigkeit notwendigen Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen vermitteln. Auf den Umschulvertrag sind die Vorschriften des BBiG nicht anwendbar. Der Umschüler ist regelmäßig Arbeitnehmer des Betriebes, in den er tatsächlich eingegliedert ist und in dem die Ausbildung stattfindet.

Gleichfalls kein Berufsausbildungsverhältnis liegt vor, wenn die Durchführung der beruflichen Aus- und Fortbildung im Rahmen eines bestehenden Arbeitsverhältnisses erfolgt.


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