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Das richtige ärztliche Attest

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War der Prüfling am Prüfungstag prüfungsfähig oder nicht? Von der Beantwortung dieser Frage kann der Erfolg mehrerer Studienjahre abhängen.

Obwohl nicht der aufgesuchte Arzt zu beurteilen hat, ob ein Prüfling prüfungsunfähig war, (das ist vielmehr Aufgabe der Prüfungsbehörde), ist es natürlich von großer Bedeutung, was in der ärztlichen Bescheinigung steht. Das ärztliche Attest hat in diesem Zusammenhang die Funktion, die gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Prüflings zu beschreiben und anzugeben, welche Auswirkungen sich daraus für das Leistungsvermögen in der konkreten Prüfung ergeben, um eine sachgerechte Beurteilung der Prüfungsbehörde zu ermöglichen. In der Bescheinigung müssen die sog. Befundtatsachen angegeben stehen. Das bestätigte jetzt das Oberverwaltungsgericht für das Land NRW in seiner Entscheidung vom 19.11.2014 (14 A 884/14).

Der Verfasser dieser Zeilen kann nur allen Studierenden empfehlen, sich vor der Prüfung mit den Regeln für den Fall eines Rücktritts wegen Krankheit vertraut zu machen, also in die Prüfungsordnung hineinzusehen. Es gibt zahlreiche Hürden, an denen ein Rücktritt scheitern kann. Grundsätzlich gilt, dass ein Rücktritt unverzüglich und eindeutig erklärt und die Gründe dafür durch ein Attest (ggf. auch ein amtsärztliches Attest) belegt werden müssen. In manchen Prüfungsordnungen ist auch bestimmt, dass man auch noch um Genehmigung des Rücktritts nachsuchen muss.

Wer am Prüfungstag Zweifel hat, ob alles Notwendige geleistet wurde, sollte aus dem Bewusstsein, dass es um sehr viel geht, sicherheitshalber anwaltlichen Rat einholen. Wer dabei zu lange zögert, verschlechtert seine Chancen deutlich.


Rechtstipp vom 25.11.2014
Aktualisiert am 04.05.2018
aus der Themenwelt Prüfungen und dem Rechtsgebiet Verwaltungsrecht

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