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Das richtige Verhalten bei Stau auf der Autobahn

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Immer wieder kommt es insbesondere auf deutschen Autobahnen zu Problemen, weil sich Autofahrer im Stau verkehrsrechtlich falsch verhalten. Kommt der Verkehr ins Stocken, werden viele Autofahrer schnell hektisch oder gereizt und machen Fehler. Häufig sind sie sich ihrer Fehler auch nicht bewusst und wähnen sich im Recht.

Kein Reißverschlussverfahren an Autobahnauffahrten bei Stop-and-Go-Verkehr

Der fließende Verkehr auf Autobahnen hat stets Vorfahrt vor Kraftfahrzeugen, die von den Auffahrten kommen. Dies steht so in § 18 Abs. 3 der Straßenverkehrsordnung (StVO) und wurde jetzt auch durch das Amtsgericht Essen (Urteil vom 20.03.2017 – Az. 14 C 118/16) bestätigt.

Eine Autofahrerin war laut Zeugenaussagen vom Beschleunigungsstreifen schnell in den stockenden Autobahnverkehr „hineingehuscht“, nachdem sich für sie kurz eine Lücke aufgetan hatte. Unmittelbar darauf fuhr ein Lkw auf ihr Auto von hinten auf. Die Fahrerin wollte 50 % ihrer erlittenen Schäden ersetzt haben. Sie war der Ansicht, der Lkw-Fahrer trage eine Mitschuld am Unfall. Die Kfz-Versicherung des Lkw verweigerte ihr jedwede Schadenersatzzahlung. Zu Recht, urteilte das Amtsgericht Essen und verwies auf die bereits vom Wortlaut her eindeutige Vorschrift des § 18 Abs. 3 StVO. Danach hat der Verkehr auf der durchgehenden Fahrbahn einer Autobahn stets Vorfahrt. Deswegen sei auch bei Stop-and-Go-Verkehr kein Reißverschlussverfahren zwischen Autobahnauffahrt und durchgehendem Fahrstreifen durchzuführen. Der Verkehr auf dem Beschleunigungsstreifen muss im Zweifel halten und warten.

Rettungsgasse auch bei unklarer Stauursache

Das Thema der Rettungsgasse geisterte in den vergangenen Wochen durch einige Medien. Dennoch klappt das Bilden einer Rettungsgasse in Deutschland verhältnismäßig schlecht. In vielen europäischen Ländern drohen einem Autofahrer hohe Bußgelder, wenn er Krankenwagen, Feuerwehr oder die Polizei in der Rettungsgasse ausbremst oder behindert. Neben Fahrzeugen mit Blaulicht muss auch für sogenannte Hilfsfahrzeuge mit gelbem Blinklicht eine Gasse gebildet werden. Ein Verstoß gegen das ordnungsgemäße Bilden einer Rettungsgasse wird in Deutschland bislang nur selten geahndet. Trotzdem kann ein Fehlverhalten bei einer Rettungsgasse zu hohen Haftungsrisiken für den Autofahrer führen. Verhält er sich vorsätzlich oder grob fahrlässig, kann sein Versicherungsschutz ganz oder teilweise entfallen und er haftet mit seinem eigenen Vermögen. In Zukunft ist mit einer Ahndung verstärkt zu rechnen, weil auch immer mehr Polizeien ankündigen, in diesem Bereich stärker zu kontrollieren.

Das richtige Verhalten bei Stau

Bei einem Stau auf mehrspurigen Straßen sind alle Autofahrer verpflichtet, eine Rettungsgasse für Fahrzeuge mit Blaulicht und für Hilfsfahrzeuge freizumachen – und zwar nicht erst, wenn die Fahrzeuge zu hören oder im Rückspiegel sichtbar sind. Dabei ist die Rettungsgasse immer zwischen dem linken und den übrigen Fahrstreifen zu bilden.


Rechtstipp vom 22.08.2017
Aktualisiert am 24.08.2017
aus den Rechtsgebieten Ordnungswidrigkeitenrecht, Verkehrsrecht

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