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Das Testament: Die vergeben Chance oder was der Nobelpreis mit Ihrem Testament zu tun hat

Rechtstipp vom 26.07.2018
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Rechtstipp vom 26.07.2018
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Das eigenhändige und das notarielle bzw. öffentliche Testament 

Ein Blatt Papier und ein Stift. Mehr braucht es nicht, damit ein rechtswirksames Testament errichtet werden kann. Für ein solches, eigenhändiges Testament gem. § 2247 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), muss lediglich das Testament vollständig geschrieben und unterschrieben werden. Daneben sollten auch das Datum und der Ort der Testamentserrichtung angegeben werden.

Außer dem eigenhändigen Testament gibt es auch die Möglichkeit, ein notarielles Testament erstellen zu lassen. Das sog. „öffentliche Testament“ gem. § 2232 BGB.

Andere Regelungsmöglichkeiten bzw. weitere Verfügungen von Todes wegen

Neben dem Testament gibt es in Deutschland nur noch eine weitere Testierform. Den Erbvertrag gem. §§ 2274ff. BGB. Eine besondere Form ist das gemeinschaftliche Testament (gem. §§ 2265ff. BGB). Dabei können Ehepartner ihr Testament gemeinsam errichten. Dies indem dieses einer von beiden alleine handschriftlich verfasst, so wie beim eigenhändigen Testament. Der andere unterschreibt das Dokument sodann mit einem kleinen Zusatz, dass die vorstehenden Ausführungen auch seinem Willen entsprechen. Ein weiterer erwähnenswerter Spezialfall des gemeinschaftlichen Testaments ist schließlich das sog. „Berliner Testament“. Dieses beschreibt eine bestimmte Regelungsweise, wonach zunächst der längerlebende Alleinerbe wird und gemeinsame Kinder somit erst nach dem Tod des längerlebenden Erben werden.

Die typische Gestaltung und der Ort der Verwahrung

Das typische Testament, welches ohne Rechtsrat verfasst wurde, beginnt mit einer mehr oder minder langen Einleitung, die den Testator beschreibt (Name, Geburtsdatum, etc.). Sodann folgt die Bestimmung der Person oder der Personen, die Erbe(n) werden sollen. Abschließend werden dann oft noch Bestimmungen zur Beerdigung formuliert (die besser früher geregelt werden sollten) oder das persönliche Schlussworte des Testators/Erblasser.

Es stellt sich dann für den juristischen Laien oft noch die Frage, wo das Testament am besten verwahrt werden sollte. Von einem Versteck im Haus bzw. dem häuslichen Safe, über ein Bankschließfach, bis zur „Hinterlegung“, d. h. der Hingabe in die „besondere amtliche Verwahrung“ beim Nachlassgericht, finden sich hier die verschiedensten Verfahrensweisen.

Soll ich das Testament mit einem Anwalt errichten?

Warum soll bei dieser vergleichsweise einfachen Verfahrensweise der Errichtung eines eigenhändigen Testaments überhaupt ein Rechtsrat erforderlich bzw. sinnvoll sein? Hierfür gibt es gute Gründe. Ungeachtet etwaiger steuerlicher Optimierungen will ich hier die 3 wichtigsten Gründe nennen:

… wegen der Kenntnis der rechtlichen Möglichkeiten

Zum einen ist in der Beratungs- und Vortragspraxis immer wieder festzustellen, dass diverse Regelungsmöglichkeiten gar nicht bekannt sind oder jedenfalls nicht „anwendungssicher“. Beispielsweise wird der Unterschied zwischen der Erbeinsetzung und einem Vermächtnis nicht gekannt. Oder man hat über die Einsetzung eines Ersatzerben nicht nachgedacht.

… wegen der Erforderlichkeit klarer Regelungen

Zum anderen sind die Regelungen oft nicht klar genug. Wird beispielsweise einem von mehreren Erben ein Nachlassgegenstand zugedacht, erscheint die Regelung auf den ersten Blick eindeutig. In Wirklichkeit ist aber nicht klar, ob der zugedachte Gegenstand zu dem Erbteil dazu kommen oder ob eine Ausgleichspflicht bestehen soll. Damit letztlich alle Erben gleichbehandelt werden. Der Unterschied kann hier gewaltig sein. Auch eine „Einsetzung auf den Pflichtteil“ oder das „Zukommen lassen bzw. der Erhalt (nur) des Pflichtteils“ ist bei weitem nicht eindeutig. Je nach der Formulierung kommen hier bis zu drei verschiedene Auslegungsmöglichkeiten in Betracht. Selbst die Formulierung „die Kinder“ kann jedenfalls bei der sog. „Patchwork-Familie“ für reichlich Unklarheiten sorgen.

… wegen der Regelungsmöglichkeiten

Schließlich ist oft die mögliche Reichweite eines Testamentes nicht bekannt. Hierauf bezieht sich auch der Untertitel dieses Beitrags, welcher sich auf das Testament des Alfred Nobel bezieht. Genauer gesagt auf die dortige Anordnung einer Stiftungserrichtung von Todes wegen, die fortan und bekanntermaßen bis heute den vielleicht berühmtesten Preis der Welt vergibt. So hat grundsätzlich aber jeder die Möglichkeit testamentarisch nicht nur den unmittelbaren Erbgang zu regeln, sondern auch eine generationenübergreifende Regelung ist denkbar. Oder eben eine Zuwendung an bzw. in Form einer Stiftung, etc. Und es sollte auch überlegt werden, ob im Hinblick auf einen Auslandsbezug eine Rechtswahlklausel nicht sehr ratsam ist.

ADWUS Rechtsanwälte beraten im Erb- und Vorsorgerecht

Adwus Rechtsanwälte bieten im Bereich der Vorsorge- und/oder Nachfolgeplanung eine umfangreiche Beratung an, insbesondere auch bezüglich der Verknüpfung bzw. Abstimmung der beiden Bereiche. Herr Rechtsanwalt Harald Lambert ist diesbezüglich auch Referent für entsprechende Vorträge und Seminare. Die hier dargestellte Thematik wird auf Seiten der Adwus Rechtsanwälte im Rahmen bestehender Mandate bearbeitet.

Adwus Rechtsanwälte in Kooperation mit Prof. Dr. jur. habil. Jürgen Rath wurden im Jahr 2003 als Kanzlei Wittmann & Schmitt gegründet und im Rahmen einer Expansion im Jahr 2015 in Adwus Rechtsanwälte umfirmiert. Die Schwerpunkte der anwaltlichen Tätigkeit der seit 2003 bestehenden Kanzlei liegen in den Bereichen des Wirtschaftsrechts (insbesondere des Bank- und Kapitalmarktrechts, sowie des gewerblichen Rechtsschutzes), des Strafrechts, sowie des Medizin- und Erbrechts (inklusive des Vorsorgerecht, d. h. Vorsorgevollmacht, Betreuungs-, Patienten- oder Sorgerechtsverfügung, etc.).

Weitergehende Informationen, auch zu allen aktuellen Fällen, finden Sie auf unserer Internetpräsenz, unter www.adwus.de. Adwus Rechtsanwälte sind auch am Wochenende und an Feiertagen für Sie erreichbar und stehen für faire und transparente Kosten.

Ihr Ansprechpartner bei ADWUS Rechtsanwälte

Für all diese Fragen und noch viele weitere Aspekte im Zusammenhang mit Ihrem Testament bzw. der Testamentserrichtung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Eine vernünftige Testamentsplanung kann letztlich nicht „zu früh“ erfolgen. Gegebenenfalls sind auch noch lebzeitige Verfügungen einzubeziehen bzw. gestalterisch zu berücksichtigen. Zudem: das Testament kann bei Bedarf geändert werden. Jeder meiner Mandanten war letztlich froh und erleichtert, wenn überhaupt einmal etwas rechtswirksam geregelt wurde.

In diesem Sinne freue ich mich, wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen und wir dieses Ziel gemeinsam angehen.

Ihr Harald Lambert.


Rechtstipp aus der Themenwelt Erbe und Nachlass regeln und den Rechtsgebieten Erbrecht, Zivilrecht

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