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Das Touristenvisum für Kolumbien

Rechtstipp vom 12.03.2016
Rechtstipp vom 12.03.2016

Häufig fragen Deutsche, Österreicher oder Schweizer nach den Voraussetzungen eines „Touristenvisums“ für Kolumbien.

Für die Bürger dieser Staaten (ebenso wie für Bürger der meisten anderen europäischen, nord- und lateinamerikanischen Staaten) gibt es aber überhaupt kein Touristenvisum für Kolumbien.

Die Angehörigen dieser Staaten reisen einfach mit dem Reisepass nach Kolumbien ein und bekommt am Flughafen oder am Grenzübergang einen Einreisestempel (permiso de ingreso y permanencia). Damit sind bis zu 90 Tage touristischer Aufenthalt in Kolumbien möglich (verlängerbar um weitere 90 Tage).

Allerdings ist der touristische Aufenthalt in Kolumbien ohne Visum nicht für alle Ausländer möglich.

Das kolumbianische Außenministerium hat in einer Resolution eine lange Liste von Staaten beschlossen, deren Bürger ein Visum für die Einreise nach Kolumbien brauchen (auch für kurze touristische Aufenthalte), das so genannte TP-11 Visum.

Das Problem ist, dass der Erhalt eines TP-11 Visums alles andere als ein Selbstläufer ist.

Hier eine lose Auswahl der Staaten, deren Bürger ein TP-11 Visum beantragen müssen, wenn sie nach Kolumbien reisen: Albanien, Algerien, Bosnien, Bulgarien, China, Georgien, Indien, Irak, Katar, Marokko, Mazedonien, Libanon, Serbien, Syrien, Ukraine, außerdem fast alle afrikanischen Staaten.

Immer mehr Bürger der besagten Staaten leben in Deutschland, Österreich oder der Schweiz, können aber nicht so einfach nach Kolumbien (und generell Lateinamerika) reisen wie zum Beispiel die EU-Bürger.

Wer ein TP-11 Visum für die Einreise nach Kolumbien braucht, muss u.a. die folgenden Unterlagen vorlegen:

  1. Kopien der Rückflugtickets

  2. Die Kontoauszüge der letzten 3 Monate. Mit diesen muss ein durchschnittliches Mindestguthaben von COP $3.447.275 nachgewiesen werden (knapp über EUR 1.000, Stand Juli 2015).
    Alternativ kann eine Einladung mit Verpflichtungserklärung eines in Kolumbien lebenden Gastgebers (anfitrión) vorgelegt werden (inklusive der Kontoauszüge des Gastgebers der letzten 3 Monate, die dasselbe monatliche Durchschnittsguthaben aufweisen müssen).
  1. Häufig wird nach weiteren Unterlagen gefragt, insbesondere einem laufenden Arbeitsvertrag, der einen Rückkehrwillen ins Heimatland naheliegen lässt.

Der Antrag auf ein TP-11 Visum muss bei einem kolumbianischen Konsulat im Ausland gestellt werden.

Grundsätzlich kann der Antragsteller seinen Antrag auf ein Touristenvisum bei jedem kolumbianischen Konsulat auf der Welt stellen. Allerdings bearbeiten die kolumbianischen Konsulate in Deutschland (in Frankfurt und Berlin) Anträge auf TP-11 Visa nur, wenn der Antragsteller über eine gültige Daueraufenthaltsgenehmigung für Deutschland verfügt.

Ist das nicht der Fall, wird der Antragsteller auf das für sein Heimatland zuständige Konsulat verwiesen.

In der Praxis hat sich gezeigt, dass Anträge auf TP-11 Visa oft abgelehnt werden, vor allem wenn der Antragsteller aus vermeintlich ärmeren Staaten oder Bürgerkriegsstaaten stammt.

Vor allem wenn der Eindruck entsteht, dass der Antragsteller nach Ablauf seines Touristenvisums illegal in Kolumbien bleiben will, ist mit einer Ablehnung zu rechnen.

In jedem Fall ist bei einem Antrag auf ein TP-11 Visum mit viel Feingefühl vorzugehen, insbesondere gegenüber dem Konsul und gegenüber den sonstigen Mitarbeitern des kolumbianischen Konsulats, weil das Konsulat eine Vorentscheidung über die Erteilung des Visums trifft (pre-autorización). Die endgültige Entscheidung wird im Ministerium in Bogotá getroffen.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Ausländerrecht & Asylrecht | Kolumbianisches Recht

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