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Das Zeugnis im Arbeitsrecht - Teil 2

Rechtstipp vom 10.02.2016
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Rechtstipp vom 10.02.2016
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Das Zeugnis muss klar und verständlich formuliert sein. Es darf keine Merkmale und Formulierungen enthalten, die den Zweck haben, eine andere als aus der äußeren Form oder dem Wortlaut ersichtliche Aussage über den Arbeitnehmer zu treffen.

Das Zeugnis soll einerseits wahrheitsgemäß, andererseits auch wohlwollend und dem Fortkommen des Arbeitnehmers dienlich sein. Hat der Arbeitgeber zuvor ein Zwischenzeugnis erteilt, ist er regelmäßig an dessen Inhalt gebunden, wenn er ein Zeugnis erteilt.

Grundsätzlich muss ein Zeugnis alle wesentlichen Tatsachen und Bewertungen enthalten, die für die Gesamtbeurteilung des Arbeitnehmers von Bedeutung und für den potentiellen neuen Arbeitgeber von Interesse sind. Nicht in das Zeugnis aufzunehmen sind einmalige Vorfälle und Umstände, die für den Arbeitnehmer, seine Führung und Leistung nicht charakteristisch sind. Auch Angaben über eine Elternzeit oder die Mitgliedschaft im Betriebsrat gehören nicht in das Zeugnis.

Form, Wortwahl, Interpunktion, Satzstellung und Auslassungen („beredtes Schweigen“) dürfen nicht dazu führen, dass bei Dritten der Wahrheit nicht entsprechende Vorstellungen entstehen.

Bei der zusammenfassenden Beurteilung der Leistung wird oft die sogenannte Zufriedenheitsskala verwendet. Hat der Arbeitnehmer danach „zur vollen Zufriedenheit“ oder „stets zur Zufriedenheit“ des Arbeitgebers gearbeitet, entspricht dies der Note „befriedigend“.

„Zur Zufriedenheit“ gearbeitet, entspricht der Note „ausreichend“.

„Stets zur vollen Zufriedenheit“ gearbeitet, entspricht der Note „gut“.

„Stets zur vollsten Zufriedenheit“ gearbeitet, entspricht der Note „sehr gut“.

Das Zeugnis ist vom Arbeitgeber bzw. dem Insolvenzverwalter oder einem ranghöheren Bediensteten unter Zusatz seiner Vertretungsmacht (ppa., i. A.) zu unterzeichnen. Dem Arbeitnehmer ist ein einheitliches schriftliches Zeugnis zu erteilen.

Werden üblicherweise Firmenbögen verwendet, muss das Zeugnis auf einem solchen erstellt werden. Die Erteilung in elektronischer Form ist ausgeschlossen; § 109 Abs. 3 Gewerbeordnung (GewO).


aus dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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