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Datenschutz in vernetzten PKWs

Rechtstipp vom 10.01.2017
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Hierzulande wird gerne emotional über die vor und Nachteile der Digitalisierung im „Lieblingsspielzeug“ der Deutschen – dem Auto – diskutiert. Aus IT-Sicht scheint die Zukunft der Mobilität in Zeiten von Big Data, Cloud Computing und Internet of Things längst vorgegeben.

Die entscheidende Eigenschaft eines verbundenen Pkw ist die Fähigkeit zur internen und/oder externen Vernetzung. Die interne Kommunikation findet innerhalb des Fahrzeugs zwischen den Fahrzeugsystemen statt. Ein Beispiel für eine externe Vernetzung wäre die Verbindung zum weltweiten Internet. Mit der verpflichtenden Einführung des automatischen Systems E-Call in der EU ab März 2018 wird faktisch jedes neugebaute Automobil ein vernetztes Auto sein.

Meldungen über Sicherheitslücken bei vernetzten Fahrzeugen häufen sich genauso wie die Ankündigung zu speziellen Sicherheitslösungen für verbundene Pkw. Aus der Sicht von Datenschützern sind die Sorgen bei vernetzten Fahrzeugen begründet. Einige Navigationsanwendungen sollen dem Fahrer nicht nur den Weg zu einem freien Parkplatz weisen, sondern ihn auch reservieren und automatisch bezahlen. Die hierfür erforderlichen Daten können in missbräuchlicher Weise dem Fahrer hohen Schaden zufügen.

Zum Schutz der Daten vernetzten Fahrzeugen sind mehrere Lösungswege denkbar. Auf der einen Seite haben die Anbieter der Applikationen die IT-Sicherheit zu erhöhen, dass eine höchstmögliche Sicherheit gewährleistet werden kann. Auf der anderen Seite dürfen nur solche Daten verarbeitet werden, die aufgrund von Selbstbestimmung zur Erhebung, Verarbeitung Nutzung freigegeben sind.

Eine Lösung aus der IT-Sicherheitsbranche ist das IDPS. Die Abkürzung steht für Argus Intrusion Detection and Prevention. Hiernach sollen sowohl die interne als auch die externe Kommunikation des Fahrzeugs abgesichert werden, um durch Warnungen, Erkennung und Prävention in Echtzeit Cyber-Angriffe auf vernetzte Fahrzeuge zu verhindern.

Weitere IT-Sicherheitslösungen analysieren die „normale“ Kommunikation in vernetzten Fahrzeugen, um bei Anomalien Warnhinweise zu geben.

Wesentlich effektiver erscheint jedoch der Selbstdatenschutz beim vernetzten Fahrer. In einer gemeinsamen Erklärung über datenschutzrechtliche Anforderungen in vernetzten Fahrzeugen haben die Aufsichtsbehörden für den Datenschutz und der Verband der Automobilindustrie das Ergebnis eines Austausches hierzu dargelegt.

Kernaussagen sind auf der einen Seite Datensicherheit und Transparenz bei der Datenverarbeitung wie auch auf der anderen Seite das Thema Selbstbestimmung hinsichtlich der Weitergabe von Daten des Fahrers. Vor der Nutzung von Applikationen in vernetzten Fahrzeugen müssen die Anwender vollumfänglich informiert werden, welche Daten gesendet werden und für welche Zwecke diese genutzt werden sollen. Allem voran müssen Fahrzeugnutzer selber entscheiden können, welche Daten Sie zu Verarbeitung freigeben möchte.

Sofern die vorgenannten Bedingungen erfüllt sind, ist die Benutzung vernetzter PKWs für alle Beteiligten erst vorteilhaft.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet IT-Recht

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