Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Der "Baby-Hitler-Fall" – Satire oder nicht?

(2)

Die Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt gegen die Titanic wegen der Darstellung des ehemaligen Außenministers Österreichs – Sebastian Kurz. Das Satiremagazin Titanic hatte sich im vergangenen Jahr mit dem heutigen Kanzler Österreichs befasst. Unter dem Titel „Endlich möglich: Baby Hitler töten!“ stellte das Magazin seine Sicht auf das Geschehen rund um den jungen Staatsmann dar. Auf Bitten der Republik Österreich hat nun die Staatsanwaltschaft Berlin die Ermittlungen gegen die Satirezeitschrift Titanic aufgenommen. Es wird unter anderem wegen des Verdachtes ermittelt, das Magazin habe öffentlich zu Straftaten aufgerufen bzw. habe den Herrn Kurz beleidigt.

Einschätzung:

Das Ermittlungsverfahren gegen das Magazin bzw. die Verfasser der Darstellung dürfte eingestellt werden, da die Äußerungen und Darstellungen als Satire einzustufen sind.

Satire will auf gesellschaftliche Missstände hinweisen und ist abhängig von zeitgebundenen politischen, kulturellen und sozialen Strömungen. Satire arbeitet mit Übertreibung, Verfremdung und Übersteigerung. Maßgeblich für die Beurteilung der Zulässigkeit ist nicht das Stilmittel, sondern der Kern der Aussage. Das Stilmittel der Satire rechtfertigt keine ansonsten unzulässigen Äußerungen.

Der junge Außenminister und aktuelle Kanzler der Republik Österreich bediente und bedient sich selbst mit überspitzten Polemiken und polarisierenden Übertreibungen, um die Gunst der Wähler zu erreichen.

Wer sich auf diese Art und Weise in den politischen Meinungskampf begibt, hat es hinzunehmen, wenn ebenso überspitzt und kritisch über ihn berichtet wird.

Satire darf fast alles bekämpfen. Hierzu zählt auch die geschmacklose und schonungslose Offenlegung des Schrecklichen im Kontext. 


Rechtstipp vom 25.01.2018

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Alle Rechtstipps von gulden röttger | rechtsanwälte

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Informationen über aktuelle Gesetzesänderungen, neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter

Ihre E-Mail-Adresse wird nur für den anwalt.de-Newsletter verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können den anwalt.de-Newsletter jederzeit wieder abbestellen.