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Der Brexit und die Limiteds

Rechtstipp vom 22.02.2019
Aktualisiert am 25.02.2019
Rechtstipp vom 22.02.2019
Aktualisiert am 25.02.2019

Brexit

Am 29. März 2019 soll das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland voraussichtlich die Europäische Union verlassen. Bis jetzt gibt es noch keine Vereinbarung zwischen dem Vereinigten Königreich und den anderen EU-Staaten über die rechtlichen Rahmenregelungen für zukünftige grenzüberschreitende Sachverhalte. Sollte bis zum Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU keine solche Vereinbarung geschlossen werden, wäre die Folge ein harter Brexit. Das Vereinigte Königreich wäre dann EU-rechtlich ein Drittstaat.

Risiko für Limiteds

Limiteds mit einem Verwaltungssitz in Deutschland hätten das Problem, dass diese nicht mehr als Limiteds fortbestehen könnten. Mit einem wirksamen Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU würden sich diese automatisch innerhalb einer juristischen Sekunde als Kapitalgesellschaft auflösen und als Personengesellschaft neugegründet werden.

Steuerrechtliche Folge wäre das Entfallen der körperschaftlichen Besteuerung der Gesellschaft und der ausschließlichen Besteuerung der Gesellschafter.

Stille Reserven werden durch die Auflösung allerdings nicht aufgedeckt und damit nicht besteuert. Dies gilt im Lichte der bisherigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes zum Zuzug von Kapitalgesellschaften aus Drittstaaten und dem Diskriminierungsverbot des Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland-Vereinigtes Königreich. Es besteht jedoch die Gefahr, dass Gerichte dies im Einzelfall anders sehen könnten.

Handlungsempfehlung

Um rechtliche Risiken zu vermeiden, sollten Unternehmer alternative Gestaltungsmöglichkeiten für ihre Limiteds von einem Rechtsanwalt prüfen lassen. In Betracht kommt zum Beispiel eine rechtssichere Umwandlung der Limiteds in eine GmbH, eine GmbH & Co. KG oder in eine UG (haftungsbeschränkt).

Quelle: Geyer und Ullmann, Erstragssteuerliche Auswirkung des Brexits auf britische Limiteds mit Verwaltungssitz in Deutschland in DStR 7/2019.


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