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Der Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung

Rechtstipp vom 05.06.2013
Aktualisiert am 20.06.2017
Rechtstipp vom 05.06.2013
Aktualisiert am 20.06.2017

Der Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung ergibt sich in den meisten Fällen aus vorangegangenen Verkehrsunfällen und zwar immer dann, wenn Sie einen Unfall mit Personenschaden verursacht haben.

1. Wann liegt eine fahrlässige Körperverletzung vor?

Eine fahrlässige Körperverletzung gem. § 229 StGB ist gegeben, wenn ein Mensch körperlich misshandelt oder an der Gesundheit beschädigt wurde. Eine körperliche Misshandlung ist dabei jede üble und unangemessene Behandlung, die das körperliche Wohl nicht nur unerheblich beeinträchtigt. Eine Gesundheitsbeschädigung ist gegeben, wenn ein pathologischer Zustand hervorgerufen oder gesteigert wird. Die in Verkehrsunfällen regelmäßig auftauchenden Verletzungen wie Gehirnerschütterungen und Schnittwunden erfüllen unproblematisch den Tatbestand. Wenn es sich lediglich um kleine Prellungen oder Kratzwunden handelt, kann der Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung ausgeschlossen sein.

Weitere Voraussetzung des § 229 StGB ist, dass Sie fahrlässig gehandelt haben. Dies ist der Fall, wenn Sie die Körperverletzung und den dahin führenden Geschehensablauf in seinen wesentlichen Grundzügen im Endergebnis voraussehen konnten. Dies wird immer dann angenommen, wenn Sie durch einen Fahrfehler eine Person verletzt haben.

2. Mit welcher Strafe ist zu rechnen?

Die fahrlässige Körperverletzung kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bestraft werden. Sollte es tatsächlich zu einer Hauptverhandlung kommen und eine Verurteilung drohen, kann zu Ihren Gunsten strafmildernd berücksichtigt werden, dass Sie beispielsweise eigene Verletzungen erlitten haben oder eine Mitschuld des Verletzten vorliegt. 

3. Verhaltenstipps

Um gegebenenfalls eine Hauptverhandlung zu vermeiden und das Verfahren zu Ihren Gunsten zum frühestmöglichen Zeitpunkt positiv zu beeinflussen, ist es wichtig, dass Sie einen Strafverteidiger zu Rate ziehen. Dieser wird für Sie abklären, ob Ihre Rechtschutzversicherung die Anwaltskosten übernimmt. In der Regel ist dies bei Verkehrsrechtschutzversicherungen der Fall.

Zumeist werden Sie erst über die polizeiliche Vorladung zur Vernehmung oder einen Anhörungsbogen Kenntnis von dem gegen Sie laufenden Ermittlungsverfahren erhalten.

An dieser Stelle möchte ich Sie - wie immer - darauf hinweisen, dass Sie unter keinen Umständen Angaben zur Sache machen! Schweigen Sie! Diesen Rat kann man gar nicht oft genug wiederholen! Erfahrungsgemäß ist das Bedürfnis groß, die Angelegenheit gegenüber den Polizeibeamten zu erklären! Davon sollten Sie auf jeden Fall Abstand nehmen. Sobald Sie die polizeiliche Vorladung erhalten haben, sollten Sie sofort Kontakt zu einem Anwalt für Strafrecht aufnehmen. Ein Strafverteidiger wird sich für Sie bei der Polizei melden und den Vernehmungstermin absagen. In einem nächsten Schritt wird Ihr Strafverteidiger für Sie Akteneinsicht beantragen. Erst nach erfolgter Akteneinsicht kann Ihr Verteidiger Sie bestmöglich beraten und mit Ihnen entscheiden, welche Vorgehensweise sinnvoll ist. Regelmäßig können derartige Vorwürfe bereits im Ermittlungsverfahren zur Einstellung gebracht werden. Selbstverständlich ist zu prüfen, ob auch in dem Verfahren gegen Sie eine Einstellung in Betracht kommt.

Aus diesen Gründen ist die Beauftragung eines Anwalts für Strafrecht schon im Ermittlungsverfahren geboten. Gerne übernehme ich Ihre Verteidigung.

Kristin Raddi

Fachanwältin für Strafrecht

Schumacher & Partner PartG mbB


Rechtstipps aus den Rechtsgebieten Strafrecht, Verkehrsrecht

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