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Der Vorwurf des Raubes oder der räuberischen Erpressung

Rechtstipp vom 05.02.2013
Aktualisiert am 20.06.2017
(101)
Rechtstipp vom 05.02.2013
Aktualisiert am 20.06.2017
(101)

Der Vorwurf des Raubes oder der räuberischen Erpressung ist schwerwiegend, denn es handelt sich bei beiden Straftatbeständen um Verbrechen. Doch was ist der Unterschied zwischen Raub und räuberischer Erpressung, was kommt auf Sie zu und wie haben Sie sich bei einem derartigen Vorwurf zu verhalten? Diese Fragen sollen in diesem Artikel beantwortet werden.

1. Raub oder räuberische Erpressung?

Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich bei einem Raub um einen Diebstahl mit Gewaltanwendung oder Drohung mit einer Gefahr. Das Gesetz stellt derartiges Verhalten gemäß § 249 StGB unter Strafe.

§ 249 StGB – Raub

(1) Wer mit Gewalt gegen eine Person oder unter Anwendung von Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft.

(2) In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.

Eine räuberische Erpressung ist eine Erpressung mit Gewaltanwendung gegen eine Person oder durch Drohung mit einer gegenwärtigen Gefahr für Leib oder Leben. Nachfolgend der Gesetzeswortlaut der §§ 253, 255 StGB:

§ 253 StGB – Erpressung

(1) Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt und dadurch dem Vermögen des Genötigten oder eines anderen Nachteil zufügt, um sich oder einen Dritten zu Unrecht zu bereichern, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Rechtswidrig ist die Tat, wenn die Anwendung der Gewalt oder die Androhung des Übels zu dem angestrebten Zweck als verwerflich anzusehen ist.

(3) Der Versuch ist strafbar.

(4) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung einer Erpressung verbunden hat.

§ 255 – Räuberische Erpressung

Wird die Erpressung durch Gewalt gegen eine Person oder unter Anwendung von Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben begangen, so ist der Täter gleich einem Räuber zu bestrafen.

Eine Abgrenzung des Raubes von der räuberischen Erpressung erfolgt über das äußere Erscheinungsbild: eine Weggabe der Sache durch das Opfer ist eine Erpressung und unter Gewaltanwendung bzw. Drohung eine räuberische Erpressung. Dies wird oftmals als Abziehen bezeichnet. Bei der Wegnahme durch den Täter handelt es sich um einen Raub.

2. Mit welcher Strafe ist zu rechnen?

Raub und räuberische Erpressung werden mit einer Mindeststrafe von einem Jahr Freiheitsstrafe geahndet! Beide Delikte sind also Verbrechen im Sinne des Gesetzes. Das bedeutet, dass Sie als Beschuldigter wegen Raubes oder räuberischer Erpressung einen Anspruch auf einen Pflichtverteidiger haben. Gerne übernehme ich Ihre Verteidigung auch als Pflichtverteidigerin.

Wenn Sie zur Tatzeit Jugendlicher – also noch nicht 18 Jahre alt – waren, kann bei einem derartigen Vorwurf auch eine Jugendstrafe in Betracht kommen. Dies richtet sich selbstverständlich auch nach Ihren Vorstrafen. Jugendliche, die strafrechtlich noch nicht vorbelastet sind, können unter Umständen auch mit einem Arrest rechnen. Da ein Fall der notwendigen Verteidigung vorliegt, ist ein Pflichtverteidiger beizuordnen. 

3. Ablauf des Ermittlungsverfahrens 

In den meisten Fällen erstattet der Geschädigte Strafanzeige. Die Polizei beginnt dann zusammen mit der Staatsanwaltschaft mit ihren Ermittlungen. Durch sogenannte Wahllichtbildvorlagen werden den Geschädigten in der Regel einige polizeibekannte Raubtäter, die der Personenbeschreibung des Geschädigten entsprechen könnten, vorgelegt.

Wenn Sie als Beschuldigter ermittelt werden, erhalten Sie zunächst eine Vorladung zur polizeilichen Anhörung. Machen Sie gegenüber der Polizei keine Angaben! Nehmen Sie selbst keinen Kontakt mit der Polizei auf! Kontaktieren Sie sofort einen Anwalt für Strafrecht. Dieser wird die Anhörung bei der Polizei für Sie absagen und Akteneinsicht nehmen. Erst wenn Ihr Verteidiger Einblick in die Ermittlungsakte hatte, kann er mit Ihnen die weitere Verteidigungsstrategie planen und entscheiden, ob Angaben zur Sache gemacht werden sollen oder nicht. Weitere Tipps können Sie in meinem Artikel meinem Artikel „Polizeiliche Vorladung – was ist zu tun?" nachlesen.

Gerne stehe ich Ihnen als Strafverteidigerin zur Verfügung. 

Kristin Raddi

Fachanwältin für Strafrecht

Schumacher & Partner PartG mbB


Rechtstipp aus der Themenwelt Strafverfahren und dem Rechtsgebiet Strafrecht

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