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Deutsch-russisches Erbrecht

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Zwischen Russland und Deutschland gibt es traditionell vielfältige Beziehungen, die weit in die Geschichte der beiden Völker zurückreichen. Es kommt immer wieder vor, dass Deutsche in Russland bzw. Russen in Deutschland Immobilien erwerben, Firmen gründen, heiraten, Kinder bekommen, sich scheiden lassen. Nach dem Ableben des Erblassers entstehen internationale Erbfälle.
Von großer praktischer Bedeutung sind insbesondere die Fälle, wenn russische Staatsbürger in Deutschland erben. Nach der ersten Freude macht sich oft Frust breit, weil man aufgrund der sprachlichen Verständigungsschwierigkeiten, bürokratischen Hürden und nicht zuletzt wegen der weiten Entfernung nicht weiter kommt.
Auch Deutsche, die in Russland erben, müssen feststellen, dass der deutsche Erbschein in Russland wertlos ist. Man wird mit der Frage konfrontiert, welches Recht überhaupt anwendbar ist.
Ein „deutsch-russisches Erbrecht“ gibt es genau genommen nicht. Entscheidend sind die jeweiligen Bestimmungen des deutschen und des russischen internationalen Erbrechts. Bei den Immobilien kommt es einzig darauf an, wo sich die Immobilie befindet. Bei einer in Köln gelegenen Wohnung kommt stets deutsches Recht zur Anwendung. Bei einer sich in Moskau befindlichen Wohnung wird russisches Erbrecht auch dann angewendet, wenn der Erblasser deutscher Staatsangehöriger war.
Ein wichtiger Unterschied zwischen dem deutschen und dem russischen Erbrecht besteht darin, dass während die Deutschen eine sechswöchige Frist für die Ausschlagung der Erbschaft festlegten, in Russland eine sechsmonatige Frist für die Annahme der Erbschaft gesetzt wird. Wird die Erbschaft innerhalb dieser Zeit nicht angenommen, so wird das Recht des Erben erlöschen oder ist bestenfalls strittig. Eine normale und sichere Handlung zur Annahme der Erbschaft in Russland ist ein Gang zum Notar. Wenn die Erklärung des Erben nicht unmittelbar persönlich von dem Erben an den Notar abgegeben wird, so muss die Unterschrift des Erben grundsätzlich notariell beglaubigt sein. Ohne eine notarielle Beglaubigung reicht die Unterschrift der Erben, wenn die Übergabe der Erklärung nicht persönlich ausgeführt wird, nicht aus. Wichtig ist, dass die Annahme der Erbschaft grundsätzlich am Ort des Erbfalls, durch die Erklärung gegenüber dem Notar erfolgen muss. Der Ort des Erbfalls ist der letzte Wohnsitz des Erblassers.

Wir unterstützen Sie gerne bei der Abwicklung einer deutsch-russischen Erbschaft. Wenn gewünscht, leiten wir dann auch den Verkauf der Nachlassgegenstände ein, insbesondere den Verkauf der geerbten Immobilien in Deutschland und in den ehemaligen GUS-Staaten. Unser Team gibt Ihnen die Hilfe, die Sie benötigen, um die Vermögenswerte, die Ihnen zustehen, zu sichern und koordiniert alle notwendigen Schritte weltweit.

Erläutern Sie uns unter Nutzung des Kontaktformulars Ihr Anliegen und wir unterbreiten Ihnen ein Angebot.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Erbrecht Russisches Recht

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