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Deutsche Biofonds - Beteiligung Hydropower VI & VII - Forderungsanmeldung zur Insolvenztabelle

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Für das Beteiligungsangebot der Deutschen Biofonds Hydropower VI, treuhänderische Beteiligung an der Deutsche Biofonds Hydropower GmbH & Co. KG, sowie Hydropower VII, qualifiziertes Nachrangdarlehen, wurden den eigenen Angaben nach des zwischenzeitlich in Haft befindlichen Initiators Herrn Dr. Yaver Demir insgesamt 72 Millionen Euro eingesammelt. Der Insolvenzverwalter konnte auf einigen der immer wieder wechselnden Konten einen Zufluss von über 26 Millionen Euro bereits feststellen.

Dem Beteiligungsangebot nach handelt es sich bei Hydropower VI um eine treuhänderisch gehaltene KG-Beteiligung, im Falle Hydropower VII um sog. Mezzanine-Kapital. Im Prospekt ist hierzu ein Treuhand- und Verwaltungsvertrag mit der Deutsche Biofonds Treuhand GmbH (damals noch Erlangen) als Treuhandkommanditist abgedruckt. Die Firma Deutsche Biofonds Treuhand GmbH existiert unter dieser Firmierung nicht mehr. Durch Umwandlung beziehungsweise Fusion ist in die Rechtsnachfolge die Centauri Trust GmbH getreten. Dazwischen kam es durch Umfirmierung, Umwandlung und/oder Fusion zu einer Rechtsnachfolgerin mit dem Namen Yaver Beteiligungs GmbH. Rechtlich existiert die Treuhänderin demnach noch, es handelt sich hierbei Stand heute um die Centauri Trust GmbH. Allein die Kette bis zu dieser Rechtsnachfolge ist derzeit noch unklar, wird jedoch kurzfristig mit dem Insolvenzverwalter und der Staatsanwaltschaft – die den Sachverhalt bereits aufgearbeitet haben – geklärt.

Die Centauri Trust GmbH soll wiederum eine Tochter der Centauri Holding GmbH sein. Diese wiederum soll aus einer Fusion der Yaver GmbH & Co. KG sowie der Yaver Holding GmbH entstanden sein. Auch hier erfolgt weitere Aufklärung mit dem Insolvenzverwalter und der Staatsanwaltschaft.

Beide aktuellen Firmen, die Centauri Trust GmbH als Treuhänder der Anlage-Kommanditgesellschaft, sowie die Centauri Holding GmbH sind insolvent. Zum Insolvenzverwalter wurde Dr. Didovic durch das Amtsgericht Nürnberg bestellt. Das Aktenzeichen der Centauri Holding GmbH lautet IN 393/15 (Kanzlei Schwartz Rechtsanwälte, dort unter Az.: 15/580020).

Forderungsanmeldungen sind daher bei dem Insolvenzverwalter Dr. Didovic für sämtliche Beteiligungen bei der Deutschen Biofonds, das heißt sowohl Hydropower VI wie auch Hydropower VII, durchzuführen. Die entsprechenden Unterlagen zur Forderungsanmeldung wurden bereits angefordert. Wir raten in jedem Fall – insbesondere auch vor dem Hintergrund der unerlaubten Handlungen und der Problematik der schwierigen gesellschaftsrechtlichen Verhältnisse – die Anmeldung der Forderungen durch einen fachkundigen Rechtsanwalt durchführen zu lassen. Gerne können wir die Anmeldung für Sie vornehmen.

Die Angelegenheit der Forderungsanmeldung

eilt,

da die Frist zu Anmeldung Ihrer Forderungen bereits abgelaufen ist!

Allein die Umstrukturierungen/Umfirmierungen lassen bereits vermuten, dass die Abwicklung des Beteiligungsangebotes Hydropower VI im Zusammenhang mit dem bestehenden Treuhand- und Verwaltungsvertrag nicht sauber verlaufen ist. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft erfolgte dies planmäßig mit Betrugsabsicht. Die Staatsanwaltschaft hat deshalb das Ermittlungsverfahren gegen Herrn Dr. Yaver Demir ausgeweitet wegen des Verdachts des Betruges in Bezug auf die emittierten Anlageprodukte. Das Verfahren wird durch die Gruppenleiterin bei der Staatsanwaltschaft, Frau Staatsanwältin Schäder bei der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth geführt.

Den weiteren Regelungen nach ist der Treuhandkommanditist verpflichtet, für jeden Treugeber gesonderte Konten zu führen. Er hatte die Verpflichtung, das Treuhandvermögen getrennt von seinem sonstigen Vermögen zu verwalten. All diese Verpflichtungen und darüber hinausgehende Regelungen des Treuhand- und Verwaltungsvertrages wurden jedoch dem derzeitigen Ermittlungsstand zufolge von Anfang an nicht eingehalten.

Nach den derzeitigen weiteren Angaben und Ermittlungen des Insolvenzverwalters sind die Gelder der Anleger, die der Treuhandkommanditistin zur Verfügung gestellt wurden, nie in die Kommanditgesellschaft geflossen. Offensichtlich wurden im halbjährlichen Turnus immer wieder neue Konten eröffnet und sodann nach Eingang am Folgetag abverfügt, meist in die Türkei. Von dort seien die entsprechenden Anlegergelder dann wieder nach Deutschland abgeflossen und „wild zweckentfremdet“ in Beteiligungskanäle des Herrn Dr. Yaver Demir versickert. Nach Angaben des Insolenzverwalters erinnert das Geschäftsmodell des Herrn Dr. Demir an Babuschkas Holzfiguren. So oder ähnlich hat er immer wieder Gesellschaften aus dem Nichts entstehen lassen, während die Vorgängerstrukturen aufgelöst wurden. Entsprechend wurden immer wieder bei anderen Bankinstituten neue Konten eröffnet, auf denen die Gelder der Anleger eingefordert wurden. Dies offensichtlich mit immer wieder geänderten Neuauflagen der Prospekte, die Auf die neuen Verhältnisse angepasst wurden. Nach derzeitigem Sachstand bezüglich dieser Anpassungen ohne Bewilligung der BaFin, d.h. ohne die Veröffentlichung der entsprechenden erforderlichen Nachträge.

Soweit auch Sie mit entsprechenden Anlagen bei der Deutschen Biofonds AG betroffen sind, raten wir zu unverzüglichem Handeln. Lassen Sie sich insbesondere rechtlich qualifizierte durch einen Spezialisten beraten. Derzeit ist noch nicht klar, ob die Staatsanwaltschaft auch Maßnahmen der sogenannten Rückgewinnungshilfe eingeleitet hat. Das in der Zwangsvollstreckung herrschende Prioritätsprinzip (umgangssprachlich: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“) gilt auch in diesem Verfahren. Die Erfolgsaussichten für die Durchsetzung der Schadensersatzansprüche sind daher bei einem schnellen Zugriff wesentlich höher. Für eine unverbindliche Bestandsaufnahme stehen wir gerne zur Verfügung. Beachten ist sie auch unsere weitergehenden Informationen in unserer umfassenden Berichterstattung auf unserer Internetpräsenz dort unter Bank- und Kapitalmarktrecht – Deutsche Biofonds.

Die auf Wirtschafts-, Kapitalmarkt- und Bankenrecht spezialisierte Kanzlei Adwus Rechtsanwälte in Kooperation mit Prof. Dr. jur. habil. Jürgen Rath hat sich hier über die Jahre hinweg eine außerordentliche Expertise erworben. Insbesondere auch hinsichtlich der effektiven Geltendmachung und Durchsetzung bestehender Forderungen beziehungsweise Schadensersatzansprüchen kommt uns die über viele Jahre hinweg erworbene Erfahrung zugute. Für weitere Fragen respektive eine unverbindliche kurze telefonische Bestandsaufnahme stehen wir gerne zur Verfügung, Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei ist Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.


Rechtstipp vom 22.12.2015
aus dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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            Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann (ADWUS Rechtsanwälte) Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann

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