Deutsche Biofonds: Weitere Insolvenz des Initiators Dr. Yaver Demir

Erneut sehen sich die Anleger der Unternehmensgruppe der Deutschen Biofonds mit neuen Hiobsbotschaften konfrontiert. Über das Vermögen des Initiators und Hauptverantwortlichen der Deutschen Biofonds, Herrn Dr. Yaver Demir, wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Das Insolvenzverfahren wird vor dem Amtsgericht Nürnberg unter dem Aktenzeichen IN 791/15 geführt. Zum Insolvenzverwalter wurde Herr Rechtsanwalt Dr. Harald Schwartz, Nürnberg, bestellt.

Herr Dr. Demir war in dem Zeitraum von August bis Ende Dezember in Untersuchungshaft. Das dieser Untersuchungshaft zugrunde liegende Ermittlungsverfahren wurde im Zusammenhang mit einem mutmaßlichen Einbruchdiebstahl geführt. Herr Dr. Demir soll den hier vorliegenden Informationen nach versucht haben, die durch den Insolvenzverwalter seiner Firmen Centauri Holding GmbH sowie Centauri Trust GmbH in Beschlag genommenen Büroausstattungen zu entwenden. Dies führte zur Ausweitung eines laufenden Ermittlungsverfahrens mit der anschließenden Untersuchungshaft. Im Rahmen einer Haftprüfung kurz vor Weihnachten im Jahre 2015 wurde der Haftbefehl unseren Informationen nach gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt. Geeignete Auflagen sind in der Regel in solchen Fällen eine regelmäßige Meldepflicht bei der Polizei, der Einbehalt der Ausweisdokumente sowie die Hinterlegung einer angemessenen Kaution als Sicherheit.

Den uns weiter vorliegenden Informationen nach soll Demir in einer Vernehmung eingeräumt haben, über die Deutsche Biofonds insgesamt 72 Millionen Anlegergelder eingeworben zu haben. Hier läuft ein weiteres Ermittlungsverfahren gegen Herrn Dr. Demir wegen des Verdachts des Kapitalanlagebetrugs zulasten der Anleger. Der Umstand der Haftentlassung ist aus den uns vorliegenden Informationen über die Geschäfts- und Emissionstätigkeit der Deutschen Biofonds nicht nachvollziehbar, erklärt sich möglicherweise jedoch mit den schleppenden Ermittlungen aufgrund des mit diesen Projekten Hydropower VI und Hydropower VII einhergehenden Auslandsbezug in die Türkei.

Auf der anderen Seite drängt sich der Tatverdacht vor dem Hintergrund auf, als der Insolvenzverwalter der die Anlegergelder entgegennehmenden ehemaligen Deutschen Biofonds Treuhand GmbH (jetzt Centauri Trust GmbH) bereits informatorisch mitteilte, dass zumindest im Hinblick auf die Anlagen bei der Hydropower VI die erzielten Emissionserlöse nie in die Kommanditgesellschaft geflossen wären. Insoweit fällt auch auf, dass die Kommanditbeteiligungen nie vollzogen, das heißt in das Handelsregister eingetragen wurden.

Nach dem hier weiter vorliegenden Informationsstand hat die Deutsche Biofonds Unternehmensgruppe weder Referenzprojekte an Wasserkraftwerken in der Türkei aufzuweisen, noch waren solche in dem Umfang wie im jeweiligen Anlageprospekt geschildet geplant, geschweige denn lagen die entsprechenden behördlichen Genehmigungen hierfür vor.

Die Erfolgsaussichten stehen daher derzeit noch gut, wir weisen jedoch darauf hin, dass nur im Wege der Zwangsvollstreckung auf die Vermögenswerte der Verantwortlichen Zugriff genommen werden kann. Dies setzt immer einen zivilrechtlichen Titel voraus. Insoweit gilt das in der Zwangsvollstreckung herrschende Prioritätsprinzip (umgangssprachlich: „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“).

In die Haftung können neben den Initiatoren des Prospektes, hier insbesondere auch der Aufsichtsratsvorsitzende und Prospektverantwortliche der Unternehmensgruppe Herr Wilfried Linke, auch die jeweils eingesetzten Mittelverwendungskontrolleure herangezogen werden. Es handelt sich hierbei um eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und/beziehungsweise eine Steuerberatungsgesellschaft, die als Mittelverwendungsprüfer mit der Kontrolle der vertragsgemäßen Verwendung der eingenommenen Erlöse aus den jeweiligen Emissionen beauftragt waren.

Soweit auch Sie mit entsprechenden Anlagen bei der Deutschen Biofonds AG betroffen sind, raten wir zu unverzüglichem Handeln. Lassen Sie sich insbesondere rechtlich qualifizierte durch einen Spezialisten beraten. Derzeit ist noch nicht klar, ob die Staatsanwaltschaft auch Maßnahmen der sogenannten Rückgewinnungshilfe eingeleitet hat. Das in der Zwangsvollstreckung herrschende Prioritätsprinzip (umgangssprachlich: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“) gilt auch in diesem Verfahren. Die Erfolgsaussichten für die Durchsetzung der Schadensersatzansprüche sind daher bei einem schnellen Zugriff wesentlich höher. Für eine unverbindliche Bestandsaufnahme stehen wir gerne zur Verfügung. Beachten ist sie auch unsere weitergehenden Informationen in unserer umfassenden Berichterstattung auf unserer Internetpräsenz dort unter Bank- und Kapitalmarktrecht – Deutsche Biofonds.

Die auf Wirtschafts-, Kapitalmarkt- und Bankenrecht spezialisierte Kanzlei Adwus Rechtsanwälte in Kooperation mit Prof. Dr. jur. habil. Jürgen Rath hat sich hier über die Jahre hinweg eine außerordentliche Expertise erworben. Insbesondere auch hinsichtlich der effektiven Geltendmachung und Durchsetzung bestehender Forderungen beziehungsweise Schadensersatzansprüchen kommt uns die über viele Jahre hinweg erworbene Erfahrung zugute. Für weitere Fragen respektive eine unverbindliche kurze telefonische Bestandsaufnahme stehen wir gerne zur Verfügung, Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei ist Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.


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