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Deutschland: Vereinfachte Anerkennung bestimmter Berufsqualifikationen

Rechtstipp vom 21.12.2018
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Rechtstipp vom 21.12.2018
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Bürger der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraumes (EU- und EWR-Bürger), die nach Deutschland kommen, um hier zu arbeiten, können ab Januar 2016 ihre Anträge auf Berufsanerkennung auch elektronisch stellen.

Anlass für diese Änderung ist die novellierte EU-Berufsanerkennungsrichtlinie von 2013. Die Änderungen sind insbesondere durch die aktuelle Novelle des Berufsqualifikationsfeststellungsgesetzes bereits teilweise in das deutsche Recht umgesetzt worden.

Das neue Verfahren gilt zunächst für die reglementierten Berufe in der Zuständigkeit des Bundes. Ein Beruf ist dann reglementiert, wenn der Berufszugang und die Berufsausübung durch Rechts- und Verwaltungsvorschriften an den Nachweis einer bestimmten Qualifikation gebunden oder die Berufsbezeichnung gesetzlich geschützt ist. Reglementiert sind in Deutschland zum Beispiel Berufe im medizinischen und im rechtlichen Bereich. In der Zuständigkeit des Bundes befinden sich derzeit 81 Berufe, davon 41 zulassungspflichtige Handwerks-Meisterberufe.

Für die nicht reglementierten Ausbildungsberufe – dazu gehören auch die 350 Ausbildungsberufe im dualen System – gilt das elektronische Antragsverfahren auf Anerkennung zunächst nicht.

Die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen im Bereich der reglementierten Berufe ist auch abzugrenzen von der Anerkennung ausländischer Hochschulqualifikationen. Hierzu existiert bereits seit einiger Zeit die Möglichkeit einer Zeugnisbewertung durch die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen bei der Kultusministerkonferenz.

Zuwanderer, die ihre Berufsqualifikation für den deutschen Arbeitsmarkt anerkennen lassen wollen, informieren sich am besten über das Internetportal www.anerkennung-in-deutschland.de. Über diese Seite finden sie alle wichtigen Informationen, auch welche Anerkennungsstelle für sie zuständig ist. Die zuständigen Anerkennungsstellen sind miteinander vernetzt. Elektronisch eingereichte Antragsformulare und Unterlagen können über das Europäische Binnenmarkt-Informationssystem „IMI” (Internal Market Information System) einfacher geprüft werden.

Für die Betroffenen war es bisher nicht einfach, sich an den richten Ansprechpartner zu wenden. In Deutschland können Bund, Länder und Kammern für die Anerkennung von beruflicher Qualifikation zuständig sein. Dies wird durch die Einführung „einheitlicher Ansprechpartner“ als Vermittler zwischen Antragsteller und Anerkennungsstellen künftig erheblich vereinfacht. Hierzu soll im Januar 2016 die Internet-Plattform „Einheitlicher Ansprechpartner 2.0“ an den Start gehen.


Rechtstipp aus der Themenwelt Job und Karriere und dem Rechtsgebiet Ausländerrecht & Asylrecht

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